Feedback: "Es hat begonnen"

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Svante Barenthien
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Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Svante Barenthien » Di 12. Jun 2018, 13:02

Anscheinend bin ich der Erste (und hoffentlich nicht der Letzte), der auf diesem Wege ein verdientes Feedback zum Spiel "Es hat begonnen" der Skarabäus-Orga gibt:

Spielort:
Der Spielort ist denke ich für weitere Cons gut geeignet! Die Wiese für Fahrzeuge und etwaige Zelte ist gut zugänglich und ausreichend weitläufig. Das Haus der Geländebesitzer fällt dabei kaum störend ins Auge.
Der Wald wirkte auf der Karte sehr klein, aber dieser erste Eindruck täuschte! Tatsächlich ist der Wald sehr weitläufig und bietet sicherlich viele Spielmöglichkeiten. Auch die "Endschlacht-Wiese" war sehr zweckmäßig gewählt.
Mein einziger Kritikpunkt am Spielort ist das nicht vorhandensein von sanitären Anlagen. Dixies aufzustellen hilft da leider nur bedingt!

Wetter:
Ich weiß, daß niemand etwas am Wetter ändern kann, aber ich möchte trotzdem erwähnen, daß die schwüle Hitze eine große Herausforderung darstellte. Der Wald bot zwar Schatten und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, konnte aber ein ständiges transpirieren nicht verhindern. Gerade als Gerüsteter musste ich sehr mit mir kämpfen, um z. B. in der Endschlacht durchzuhalten! Hierbei muß ich die Orga, bzw. die eingesetzten Character-Player lobend erwähnen, welche erstens ständig daran erinnerten viel zu trinken und zweitens auch Wasser bereitstellten!

Orga:
Ich bin sehr zufrieden mit der gesamten Organisation! Die Orga sorgte für einen geregelten Ablauf des Spiels, einen schnellen Abschluß der Formalitäten (Check-In, Orga-Ansprache, etc.), eine ständige Präsenz vor Ort für etwaige Fragen und einen netten, hilfsbereiten Umgang mit den Spielern. Die Option sämtliche Ausrüstung von den Autos direkt zum Lager und abends wieder zurückgebracht zu bekommen empfand ich als sehr zweckmäßig. Auch die Möglichkeit abends dort zu grillen und ein Zelt zur Übernachtung aufzuschlagen kam sicherlich vielen Spielern mit einer weiten Anreise zu gute, auch wenn ich selber dieses Angebot nicht nutzte!

Plot:
Da ich mich ein wenig für den amerikanischen Sezessionskrig interessiere, lag mir das Setting eines Bürgerkrieges unter Menschen, die eigentlich Freunde und Verwandte sind, aber durch die von oben gemachte Politik zu Feinden werden, sehr! Ich konnte Szenen wiedererkennen, die mich stark an die Filme "Gettysburg" oder "Gods & Generals" erinnerten und dies gefiel mir außerordentlich! Die Ehrenhaftigkeit, mit welcher sich die verfeindeten Parteien begegneten rührten mich und meine Highlights waren ganz klar das Spiel der Heerführer und Adeligen während der Palamentärssitzung und die Wortgefechte vor und nach der Endschlacht. Außerdem muß ich positiv erwähnen, daß man als Adeliger stets mit dem nötigen Respekt gemäß seines Standes behandelt wurde und die eigene taktischen Ansätze ins Spielgeschehen mit einfließen lassen konnte!

Character-Player, bzw. NSCs:
Das Spiel mit den gecasteteten Character-Player habe ich sehr genossen! Der camberionische Heerführer passte sehr gut zum raubeinigem Charakter des Landes und war stets offen für Vorschläge in den Lagebesprechungen. Dies ermöglichte ein intensives Spiel und das Gefühl als Truppführer auch wahrgenommen zu werden! Der Zwist der beiden Brüder von Carstein zeigte die eigentliche Sinnlosigkeit dieses Bruderkrieges auf und passte zur allgemeinen Stimmung! Auch das Spiel mit dem feindlichen, aklonischen Heerführer war schön und berührend!
Schade fand ich jedoch, daß die NSCs, welche zweimal in der Rolle von Aklonern aus Raenna unser Lager angriffen nicht gefangennehmbar wahren. Ich verstehe den Ansatz der Orga, die NSCs wieder für neue Rollen freimachen zu müssen, nur ist es immer ernüchternd trotz gewährter Gnade und sanitätsdienstlicher Erstversorgung die etwaigen Gefangenen sterben zu sehen! Die dann doch noch gefangene Späherin hatte leider auch kaum Informationen mitzuteilen. Hier hätte ein intensiveres Briefing sicherlich Abhilfe schaffen können!
Das am Ende der Schlacht Verstärkung auf Seiten der Akloner eintraf, fand ich realistisch und zum Setting gut passend!

Andere Spieler:
Ich kann in diesem Punkt nur für mich sprechen, aber ich möchte klarstellen, daß ich ein sehr intensives Spiel genießen durfte!
Zuerst einmal möchte ich meiner eigene Gruppe dafür danken! Ihr habt mich wirklich begeistert und meine kühnsten Erwartungen übertroffen! Beginnend mit einem adäquaten Aussehen und Auftreten, über ständige Lobpreisungen unseres Volkshelden und bis hin zu einem leicht überzogenen Patriotismus hat alles zu unserem Gruppenkonzept gepasst! Genau so habe ich mir die Barenthiener Garde vorgestellt!
Aber auch mit der Gruppe um Max Mustermann hatte ich ein sehr intensives Spielerlebnis! Gerade weil unsere Gruppen zwar den Großteil des Camberionischen Heeres vor Ort stellten aber doch so unterschiedliche Ansichten vertraten, gab es bei diversen Punkten Reibereien! Das hat das Spiel belebt und interessant gemacht!
Abschließend kann ich nur sagen, daß ich ein paar sehr schöne Rollenspielerlebnisse mit nach hause nahm!

Fazit:
Mein Fazit fällt ganz klar positiv aus! Ich kann der Skarabäus-Orga nur meinen Dank aussprechen, ein solch schönes Spiel organisiert zu haben und freue mich schon sehr auf die Auswirkungen des Cons auf das politische Geschehen der Phönix-Welt, sowie etwaige Fortsetzungen der Bürgerkriegskampagne!

In diesem Sinne: Für Camberion, für Barenthien (und für Svante :P )

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Diana Rahfoth
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Diana Rahfoth » Mi 13. Jun 2018, 14:01

Dann will ich auch mal ein kurzes Feedback da lassen.
Es war nach 14 Jahren Pause mein erstes Phönixspiel als Spieler, statt als NSC und es hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht. Es war witzig den alten Charakter wieder auszupacken.
Ansonsten ein paar Pros und Kontras, die mir so einfallen:

+ Ich mochte das Gelände, es war alles was man brauchte recht nah bei einander vorhanden - einen Bereich zum Feiern und Parken, einen Wald und eine Abschlusswiese. Dazu nah bei das jeweilige Dixie. Gut auch, dass der Wald anscheinend nicht häufig von Spaziergängern frequentiert wird.
+ Check-In und Check-out reibungslos ohne nennenswerte Wartezeiten
+ sehr freundliche und hilfsbereite Orga! Danke!
+ die arme gefolterte NSC-Botin (Nora hat das Mädchen aus schlechten Verhältnissen, das eigentlich keine rechte Ahnung von den Hintergründen hat und gar nicht hinter der ganzen Adelsfehdengeschichten steht, schön rübergebracht.)
+ der Plot - muss ich nicht viel Worte verlieren, Svante hat dazu genug gesagt. Vielleicht noch: Es brauchte auch gar keinen komplizierteren Plot. Ich mag solche "bodenständigen", realistischen Szenarios und Geschichten einfach bei Weitem am liebsten.
+ Der Moment in dem wir merkten: Wir wissen durch den abgefangenen Boten, dass die Gegenseite aus Raenna in einigen Stunden Verstärkung von der Königin bekommt! Sie wissen es nicht - wir müssen uns beeilen! Aaaah! :D Und dann dadurch das nervenaufreibende Warten am Ende auf die Truppen der Gegenseite auf dem Feld.
+ Die Atmosphäre der Bedrohnung hat bei mir sehr gut funktioniert. Ich hatte das Gefühl, jeden Moment könnte aus dem Hinterhalt des Waldes ein Trupp herausstürmen und das Lager überfallen.
+ Obwohl wir viel gewartet haben, war ich nie (bis auf wenige, kurze Augenblicke) spiellos.
+ Es gab gar keine OT-Unterbrechungen, die ich mitbekommen hätte.
+ die Barenthiener Gruppe! Ich hoffe wir können in dieser oder ähnlicher Konstellation in nicht allzu ferner Zukunft nochmal auf eine Con fahren.
+ viele andere Spieler, die ich nicht mit Namen kenne. Gerade Max Mustermann und seine Leute sind mir auch positiv im Gedächtnis geblieben.
+ dass ein anderer Spieler kurz nach dem Timeout mit meinem letzten, verloren geglaubten Pfeil zu mir kam. Wer auch immer du warst: Danke! Die Pfeile waren ganz neu und es hätte mich echt geärgert, einen zu verlieren.

- die Mücken.. argh. Der Nachteil am Wald im Sommer. Autan hat nicht oder kaum geholfen. Wobei andere noch schlimmer zugerichtet wurden als ich. Dazu das drückend warme Wetter - Ich fasse beides mal als einen Punkt zusammen, weil es zusammen "äußere Umstände" sind.
- das Finden der Adresse: Einige Navis (auch unser) haben die Nummer 26 nicht gefunden. Das war kurz etwas stressig, weil wir dachten wir hätten uns verfahren. Mussten dann nochmal umkehren. Das nächste Mal bei der Location weiß man das ja glücklicherweise. Stand ja auch ein Schild da - war aber bei voller Fahrt doch leicht zu übersehen.
- ein größeres, bzw. besser nutzbares IT Lager wäre noch stimmungsvoller gewesen. Leider wuchs unter einem Pavillon viel Zeug, dass man sich da eigentlich gar nicht recht aufhalten konnte.

Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß. Am Ende wollte ich gar nicht gehen. Mussten aber los.
Hoffentlich geht diese Kampagne baldmöglichst weiter.

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Frank Bauer
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Frank Bauer » Do 14. Jun 2018, 11:27

Moin zusammen,
von mir nur kurz und knapp, da Svante und Diana eigentlich schon alles Wesentliche gesagt haben.
Das war ein cooles Tagesspiel. Super organisiert, super Gelände, für das Setting genau passend.
Insgesamt hatte ich mit über den Tag mehr Interaktion zwischen den beiden Parteien gewünscht, sowohl kämpferisch als auch darüber hinaus. Das Treffen der beiden Führungsstäbe unter ultorianischem Schutz war da ein Highlight.
Es war wohl auch Pech, dass beide Seiten sich im gar nicht so kleinen Wald tagsüber nicht gefunden haben. Aber aus einigen Aktionen hätte man mehr machen können, vor allem aus dem Transport der Soldkassen, wenn man diese an einem weiter entfernten Punkt hätte abholen müssen.
Das Dilemma der Orga war klar: Vermeiden, dass die beiden Seiten sich schon Nachmittags mit voller Mannstärke gegenseitig eliminieren. Daher fand ich es eigentlich gut, dass immer nur ein Teil der Truppen raus durfte. Das führte aber leider auch zu etwas Leerlauf am späteren Nachmittag.
Die "3 Lebensmarken-Lösung" fand ich sehr praktikabel.

Marcus Schöning
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Marcus Schöning » Do 14. Jun 2018, 19:39

Tagschön!

Mir hat die Con gefallen. Tatsächlich hätte man auch gerne ein Wochenende draus machen können, aber das ist der Orga schon selbst aufgefallen :)

Ich fange mal mit den paar Kritikpunkten an die ich habe:

Mehr freies Spiel hätte der Con glaube ich nicht geschadet, natürlich will man nicht gleich nach 2 Stunden den Endkampf haben, aber ich fand es gab etwas zu wenig PVP, da hätte ich gedacht kommt viel mehr. Die etwas zaghafte Steuerung durch unseren Chef ließ leider recht wenig Spielraum für eigene Ideen und mehr flexibles Handeln. Einige Scharmützel unter den Spielern hätten den ganzen noch mehr Pep und auch persönliches Interesse gegeben.

Die Mücken und das Wetter....ich weiß dafür könnt ihr nix, aber die Mücken waren sowas von ausgehungert, dass selbst 2 volle Flaschen Autan zu 11 Mückenstichen geführt haben und damit war ich noch am untersten Ende der Skala was ich so hörte. Das drückende Wetter war eine richtige Tortur für die Rüstungsträger, was war ich froh untenrum nur meine Robe zu haben. Gab aber den Mücken wieder Angriffsfläche.

Am Ende das Ungleichgewicht der Lager in der Endschlacht. Tatsächlich hat sich die Unterlegenheit in Mannstärke sehr deutlich ausgewirkt. Da hat man tatsächlich gemerkt wie sich im Krieg selbst ein kleineres Ungleichgewicht doch massiv auswirkt, wenn man zu gleichen Bedingungen kämpft. Die Endschlacht in dieser Art und Weise durchzuführen hat bei fast allen aus Raenna einen herben Nachgeschmack verursacht. Denn eigentlich wurde uns gerade unser Hintern auf einem Silbertablett überreicht als die Akloner Truppen auftauchten. Wir haben zwar gewonnen aber moralisch fühlten wir uns keineswegs als Sieger. Wenn das das Ziel gewesen ist, ihr habt es erreicht :)

Pro:
Gleich im Anschluss an die Kritik muss ich allerdings sagen, dass dies wohl die fairste und ordentlichste Kampfsituation war in der ich mich je befunden habe. Hochachtung vor allen Teilnehmern! Die wenigen Magier haben das Spiel gezielt behindert. Mehr Zauber hätten wohl ein größeres Chaos angerichtet. Es war genau richtig so. Ich hätte mir zwar mehr Magiepunkte gewünscht, aber leider stehlen die Zauber den Kämpfern halt etwas den Spaß, wenn man so gar nichts dagegen machen kann.

Schönes Gelände, gerne wieder dort...aber bitte lasst vorher eine C-130 2 - 7 Tonnen DDT auf den Wald abwerfen :)

Feier danach: großartig...ein Grill mehr hätte aber gut getan. Schlafmöglichkeit war super.

Dixies: WOW! Hat nur noch Musik und ein Zerstäuber mit Zimtaroma gefehlt. Willichimmerhaben!

Meine Mitspieler: Schönes Durcheinander! Hatte gedacht dass um mich herum nur Dosen laufen werden, war tatsächlich viel besser als befürchtet. Von unserem Anguirer Schaffi...hüter habe ich in der Nacht von Sonntag auf Montag sogar geträumt. Du hast einen bleibenden Alptraum hinterlassen :)

Mein Fazit: Ich hatte gemischte Gefühle als Pazifist aufzulaufen...tatsächlich machte das kaum etwas aus. Als ich den Suaviten in den Gegnern feststellte, waren endgültig alle Zweifel verflogen "Hey...wenn sogar die hier sind, bin ICH ganz sicher nicht am falschen Fleck!"
Ich hatte sehr schöne Momente und danke allen Königstreuen für die gemachte Erfahrung. Freue mich schon auf nächstes Jahr in einem Setting für meinen Freiherrn, den ich gerne wieder hinterm Ofen hervorholen würde!

Bruder Rutgar

MirjamKB
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von MirjamKB » Sa 16. Jun 2018, 11:20

Moin,
auch von mir noch ein paar Worte:
Ich kann mir vorstellen, dass es schwer ist ein ausgewogenes PvP-Spiel zu gestalten. Die Lebensmarken fand ich nicht störend, nur dass sie m.M.n. sehr wenig zum EInsatz kamen, wegen folgendem:
Das Spiel hatte aus meiner Sicht ein zentrales Problem, und zwar, dass es nicht so war dass "die Lager sich nicht gefunden" hätten, sondern für uns aus Reanna war das feindliche Lager nach 20 min entdeckt.
Dass wir das dann nicht zu unserem Vorteil nutzen konnten, war ein ganz anderes Problem: Gehemmt durch die NSC-Führung unserer Seite hatten wir strikte Anweisungen, die eben nur zu kleinen Teilen daraus bestanden, das Lager auch mal in größerer Zahl zu verlassen. Stattdessen wurde u.a. intensiv eine Brücke bewacht, die sich im verlauf dann als irrelevanter Geländepunkt herausstellte.
Auch andere Ansagen, die kleinere Trupps von uns mitbekamen, fand ich problematisch - versucht mal, mit 6 Schwergerüsteten "unaufällig" durch den Wald zu schleichen.
Insgesamt führte unser Einhalten der Befehle dazu, dass wir bis zum Abend so gut wie keinen Feindkontakt hatten, und auch eventuell interessante NSCs wie die drei Hexen im Wald nicht antreffen konnten.
Ich hätte mir aber eben diesen Feindkontakt in kleineren Gruppen - Gefangennamen, Hinterhalte, Spione - sehr gewünscht. Vielleicht wäre es möglich gewesen, gezielt Trupps zu bestimmten AUfgaben in den Wald zu entsenden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, aufeinanderzutreffen.
Die Militärische Organisation im Lager hat mir gut gefallen, aber auch hier sank die Stimmung nach 5 Stunden Brückenwache. Und wenn dann so grobe Patzer begangen werden wie fahrende Händler ins Lager lassen, die fröhlich über die Umstände im Gegnerischen Lager plaudern (und ebenso bei den Gegnern über uns erzählen werden), dann führt das die schöne Organisation etwas ad absurdum.
Trotz Sonne und manchmal seltsamen Befehlen hatte ich insgesamt einen schönen Tag und habe das getan, was ich tun wollte (durchs Gelände kriechen).
Danke an meine Spielgruppe, die Orga und die schwitzenden NSCs!

Michael Schurig
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Michael Schurig » So 17. Jun 2018, 23:02

Liebe alle,

herzlichen Dank noch einmal an die Orga und alle dies- und jenseitigen Mitspieler ("Those People").

Das Spiel eröffnete die Möglichkeit den inneraklonischen Konflikt handfest zu bespielen, was ich außerordentlich begrüßt habe und alle Kämpfe und insbesondere die Endschlacht habe ich als sehr fair und freundschaftlich erlebt. Das Spiel innerhalb des eigenen Lagers fand ich auch sehr angenehm und jede/r hat zu einer guten allgemeinen Atmosphäre und einer außerordentlich reichhaltigen Versorgung beigetragen!

Der geringe Kontakt mit "dem Feind" ist auch mein maßgeblicher Kritikpunkt. Ein (Groß-?)Teil der Spieler auf Seiten Raennas hat bis zur Endschlacht gar keine Interaktionsmöglichkeit mit "diesen Leuten" gehabt. Die Truppe die ausrückte war in ihrer Mannstärke (zurecht) begrenzt, aber dadurch, dass es bei einer einzigen größeren Aktion beim Ausrücken blieb blieben die Aktivitäten im Lager auf warten und beim point-of-interest auf Wache stehen begrenzt.
Spätestens nach dem zweiten Angriff, der uns mit den sprichwörtlichen Hosen in den Kniekehlen erwischte während sowohl Leute zum Verhandeln als auch das einzige Mal ein größerer Trupp ausgerückt war, schlug dies auch auf die Stimmung.
Die Verhandlung wurde zwar gelobt, aber diese blieb (so weit ich es einschätzen kann) auf wenige SC und die NSC begrenzt. Bei der Soldkasse hatten wir kaum davon gehört, als sie auch schon ankam - da blieb die Chance auf ein Eingreifen von anderer Seite begrenzt. Von den Hexen hörten wir erst recht knapp vor Spielschluss/Schlacht - dies mag Zufall gewesen sein, aber es war schon Schade, dass diese Beschäftigung damit de facto auch ausfiel.

Auch ich hatte, wie auch Svante, Szenen wie in Gods and Generals vor Augen, bei denen Johnny-Jank und Billy-Rebel gemeinsam auf ihre Vorgesetzten schimpfen. Die Motive des Feindes auf Soldatenebene hinterfragen zu können, wäre hier ein schöner Spielansatz gewesen. Ein Wachposten der nicht "allein im Wald", sondern Auge-in-Auge (eine Seite der Brücke Rebellen und eine Raenna) steht wäre hier vielleicht eine Lösung gewesen, um Interaktionsraum zu schaffen.
Das Markensystem fand ich so fast überflüssig (wenn auch für ein Schlachtspiel eine interessante Idee), da diese nur in Kontakt mit NSC verloren werden konnten. Zudem ist mir das System der Punktvergabe nicht klar geworden, so dass es wirkte als ob es beliebig wäre und der gemeine SC (zu) wenig Einfluss darauf hatte. Die Punkte nahezu allein an NSC-Aktionen/Befehle zu binden, empfinde ich als schwierig. Wie 100+X Punkte zustande kamen konnte ich so gar nicht begreifen. Damit meine ich nicht, dass die Mechanik offen gelegt werden sollte, sondern nur, dass man als Fußsoldat nie die Möglichkeit hatte bewusst zu den Punkten beitragen zu können, außer die Wache anzutreten (z.B. wäre ansonsten mehr Eifer an einigen und evtl. ja sogar hinterfragen von Befehlen an anderen Stellen möglich gewesen).

Die Verstärkung verstand ich als Gemeiner IT und dramaturgisch nicht, ebenso wenig wie die Brudergeschichte.
Wenn Verhandlungen vor einer Schlacht statt finden würde ich empfehlen, dass die Truppen näher beieinander sind, so dass die SC auch etwas davon mitbekommen (oder man greift auf Operngesten zurück ;)). Auf diese Weise blieb uns nur die Verwunderung, dass zwei NSC vor der Schlacht kämpften und Lippenlesen. Hier und da hätte die Orga vielleicht im Lager präsenter sein können, um auf Missverständnisse o.ä. hin zu weisen, zwar ist Mike immer wieder tapfer hin und her geradelt, aber eine ständige Präsenz hätte vielleicht geholfen (z.B. ein Hinweis, dass die Wache auf und nicht hinter der Brücke zu stehen hat, damit es Punkte ohne Abzug gibt [Hörensagen]).

Nichtsdestotrotz ist mir sehr bewusst, wie groß die Schwierigkeit ist eine echte Endschlacht überhaupt erst zu ermöglichen und Ansagen wie die Marken, "nur mit X Leuten ausrücken" etc. sind da sicherlich grundlegend sinnvoll gewesen! Ich denke einige Mechanismen müssen sein, damit so etwas wie ein schlussendliches Gefecht zu Stande kommen kann. Danke, dass ihr das bedacht habt.
Der Aufmarsch am Ende hat mir auch gut gefallen, die Ritterfront auf der anderen Seite war etwas für das Auge. Ebenso mochte ich alles Spiel mit den NSC, sowohl unseren Kommandeuren, als auch den "Gegnern" - herzlichen dank für striktes Kommando und schöne Kämpfe. Das ein längeres Gefecht ohne Stop und Gequengel auskommt ist keinesfalls selbstverständlich - danke an alle dafür!

Danke auch für das Grillen hinterher, das war eine tolle Idee und z.B. durch das BW- Zelt toll unterstützt.

In diesem Sinne noch einmal ganz vielen Dank euch Skarabäen, die ihr diesen Tag möglich machtet und an alle Mit- und Gegenspieler,
bis bald in Aklon,
Micha
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Andreas Neiling
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Andreas Neiling » Fr 22. Jun 2018, 08:49

Zuerst einmal vielen Dank, für Eure konstruktive Kritik. Vieles haben wir natürlich selber auch schon festgestellt. Wir sind davon ausgegangen, da wir hier ja nur in einem kleinen Wäldchen gespielt haben, dass sich die gegnerischen Truppen viel öfter begegnen und sich vielleicht auch mal bekämpfen. Falls das nicht passieren sollte (was ja auch der Fall war), hatten wir Plan B. Das waren die Außenposten, 4 Mann stark und –immer besetzt. Hier hatten wir zumindest mal den einen oder anderen Angriff von Spielerseite erwartet……warum ist da eigentlich nichts passiert???

Die Informationen, das nicht nur die Schlacht Spielentscheidend ist, sondern es für Lager/Posten halten, Plot bespielen usw. auch Punkte gibt, war vielleicht nicht deutlich genug bei der Ansprache, aber wir wollten auch nicht die verschiedenen Wertigkeiten von Plots und Aktionen herausgeben (das machen wir nicht, das bringt zu wenig Punkte…).

Die SC`s hatten neben dem Briefing natürlich auch Vorgeschichten, um den Charakter Farbe zu verleihen (wie mit den Brüdern). Außer gewissen Richtlinien, die wir spielerisch durch die Kuriere ins Spiel gebracht haben, wussten die SC`s nichts von den verschiedenen Plots oder wofür man Punkte bekommen kann.

Warum das Schluss Szenario mit den Aklonern so gewählt wurde, hat schon seinen berechtigten Sinn, da es verschiedene Endschlachtmöglichkeiten gegeben hätte. Wir möchten aber aus Kampagnensicht, zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter drauf eingehen oder mehr verraten.

Die Punkte wurden nur bis zum Eingreifen der Akloner berechnet. Daher der Spielstand 178 : 125 für Camberion und was das für Aklon bedeutet könnt Ihr später lesen….

Für das Wetter und die Mückenplage konnten wir leider nichts und für Euch zur Info: Wir haben das schwüle Wetter und die Mücken 3 x solange genossen wir Ihr – das war nicht schön.

Auch wenn vieles nicht so geklappt hat, wie Ihr bzw. wir uns das vorgestellt haben, freuen wir uns, dass die Meisten Ihren Spaß gesucht und gefunden haben.

Danke an alle Spieler und Spielergruppen die die Akloner Kriegschroniken so belebt haben. Genauso wie die SC`s und NSC`s die großartige Arbeit geleistet haben. DANKE

Auch ist es nicht selbstverständlich, das wir so viele helfenden Hände beim Dixi Transport hatten – das war echt super von Euch

Einziger Wermutstropfen, war der Müll (Essensreste, Teller, Besteck und Müll = 3 volle blaue Säcke) den wir am Morgen danach aufgesammelt und entsorgt haben.

Und mit Sicherheit was DAS nicht das letzte Skarabäus :-P

Bis bald Birte, Monia, Kai, Mike und Andi
Glück ist wie Seife. Manchmal flutscht es einem einfach durch die Hände.

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Andreas Neiling
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Andreas Neiling » Fr 22. Jun 2018, 09:00

Eure Taten festgehalten durch die verschiedenen Schreiber Aklons:

( die Zeitungskunde wird von königstreuen Schreibern verfasst)

Aklon Stadtbote

Die Schlacht im Kröhnerttal – Rebellen geschlagen.

Ohne das Eingreifen der Elitegarde Aklons, unter Führung des Reichsritters ……. wäre Raennas Bannerführer Sebolt von Rhan, sowie das Heer Genewins von Raenna geschlagen worden. Im Eiltempo marschierten unsere Truppen durch Raenna bis tief ins camberianische Kröhnerttal. Dort umrundeten Sie das feindliche Heer und kesselten die Camberianer ein. Kurz loderte die Flamme des Widerstandes noch auf, bevor sie ein für alle Mal erlosch.

Graf Ludger von Fierstein, Sir Withold von Schattenbach zu Barenthien, sowie ein gewisser Truppenführer Max Mustermann aus Elien auf camberioner Seite legten ihre Waffen nieder und schonten so das Leben vieler Soldaten. Die Gefangenen befinden sich auf dem Weg nach Aklon.

Hail Königin Elisabeth Torwendil Hail Aklon Lobet Ultor


(die Zeitungskunde, freie Schreiber und Ihre Interpretation)

Raenna`s Handelsblatt
Die Schlacht im Kröhnerttal – doch wofür???

Manche sagen es ist Glück, andere Können, oder der Wille. Doch eins steht fest: Wieder konnte unser Bannerherr Sebolt von Rhan eine Schlacht – die schon verloren schien- gewinnen. Doch diesmal brachte der Sieg keine Freude, denn er kämpfte und wie er, empfanden viele - nicht gegen einen verhassten Feind, sondern gegen frühere Kameraden, ja sogar Waffenbrüder.

Nun hier die Schilderung zur Schlacht- in der frühen Abend Stunde, zeigte die Heerschau, dass beide Seiten in etwa die gleiche Truppenstärke hatten. Worte wurden gewechselt, Absprachen getroffen, darunter auch - das Brüderduell der Karlsteins ( 5 Treffer). Ohne langes Geplänkel droschen die Brüder Hartmann und Wolff aufeinander ein. Ein Hauen und Stechen begann, Schildschlag, Finten und Paraden wechselten sich in rascher Folge ab – die schwere Rüstung und die brütende Hitze ließ die Kontrahenten keuchen, schwitzen und stöhnen. Beide bluteten aus Wunden und waren sich ebenbürtig, Hartmann verlor nur für einen winzigen Moment den sicheren Halt auf dem rutschigen Boden, das nutzte sein Bruder und traf Ihn Entscheidend (zum 5. Mal). Camberion jubelte…. Dann begann die Schlacht und der Schildwall krachte aufeinander. Unser Zentrum wurde von Dietrich von Ulmenstein gehalten, der auf Withold von Schattenbach zu Barenthien traf. Die linke Flanke wurde von Sebolt von Rhan geführt, der versuchte Camberion in eine tödliche Umklammerung zu umrunden. Doch sein Gegenüber Graf Ludger von Fierstein hielt stand. Lange wogte die Schlacht hin und her, dann gab der rechte Flügel nach, weil der Schwertmeister Max Mustermann mit seinen Elinern mehr Druck machte. Die Schlinge zog sich immer enger zu- unser Heer stand vor der Kapitulation.

Doch dann wie aus dem Nichts……. tauchte die Akloner Verstärkung auf und entschied die Schlacht zu unseren Gunsten. Den Worten unseres Heerführers gemäß – im rechten Augenblick, aber es schien als würden sie sich Zeit lassen zu uns zu stoßen, während WIR in der tödlichen Umklammerung Wunde um Wunde erhielten.

Nun befindet sich der Heerzug mit den Gefangenen auf dem Weg zurück nach Aalburg.



( wie die Bild zeitung)
Camberion`s Herold

Camberion weint – Tränen des Glücks und der Trauer

Die Schlacht im Kröhnerttal verloren, Graf Ludger von Fierstein, Sir Withold von Schattenbach zu Barenthien, Schwertmeister Max Mustermann von Elien, Wolff von Karlstein, treue Soldaten und Ersatztruppen geschlagen und gefangen genommen. Sie lieferten Raenna und Aklon eine denkwürdige Schlacht. Wolff, Wolff, Wolff ertönte es als unser Zweikämpfer gegen seinen Bruder das Eröffnungsduell gewann. Dann ertönte der Schlachtenlärm als die Reihen auf einander trafen. Unser Sir Withold von Schattenbach zu Barenthien mit seiner Garde war die Faust die gegen das Schild auf Seiten Raenna`s in Form von Baron Dietrich von Ulmenstein schlug. Graf Ludger von Fierstein zog mit der rechten Flanke gegen den Bannerherrn Sebolt von Rhan. Unsere Urgewalt Max Mustermann hielt die linke Flanke. Schier endlose Minuten die einem wie Stunden vorkamen schien es ein Patt Situation zu geben. Dann brach die Flanke und der Sieg Camberions schien nahe ……. so nahe

Elisabeths Verräter Truppen, angeführt von einem Reichsritter brachte die nicht mehr zu vermeidende Niederlage – obwohl sich Camberion heldenhaft wehrte, am Ende blieb nur noch die Kapitulation.

Herzog Jobst von Walden Ar: Jeder Camberianer der an der Schlacht vom Kröhnerttal dabei war, ist ein Volksheld, denn er hat es ermöglicht, das wir währenddessen, alle besetzten Gebiete zurück erobern konnten. Gerührt von dem Opfer, das im Kröhnerttal gebracht wurde, hat das Volk gesammelt um unsere Helden auslösen zu können und genau das werde ich tun.

Ein Hoch auf Camberion, ein Hoch auf die Helden vom Kröhnerttal, Hoch dem Max Mustermann Schwertmeister Eliens, Hoch dem Sir Withold von Schattenbach zu Barenthien, Hoch Graf Ludgers von Fierstein und zum Schluss ein Hoch auf die Rebellion und Camberion.





09.06.5034 Camberion / Raenna Kröhnerttal / ultorianischer Eintrag

Lobet Ultor,

zur frühen Abendstunde standen die Heere Raenna`s und Camberions sich gegenüber.Die camberiansche Seite schienen leicht in der Überzahl zu sein. Absprachen wurden vor dem Kampf getroffen. Ein Duell zwischen den Karlstein Brüdern fand statt. Danach begann die Schlacht – hart umkämpft wurde jeder Meter, keine Seite gab nach. So brutal und hart auch gekämpft wurde, man gewährte sich gegenseitig Gnade. Camberion gewann nach und nach die Überhand und kam in den Rücken Raennas. Die Kapitulation stand kurz bevor, als völlig überraschend das Akloner Heer auftauchte und die Schlacht entschied. Überall wurde Gnade gewährt und die verwundeten verarztet. Die Camberianer wurden gefangen gesetzt und in der Obhut des Heerführers Raennas überstellt.

Lobet Ultor

PS: Berichte, Geschichten, Ideen rund um das Spiel könnt Ihr uns gerne zusenden ......

Schönes Wochenende
Eure Skarabäen
Glück ist wie Seife. Manchmal flutscht es einem einfach durch die Hände.

Matthias Schlüter
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Matthias Schlüter » Di 26. Jun 2018, 12:44

Hallo zusammen.

Erst einmal möchte ich Dank ausprechen für diesen unvergesslichen Tag.
Da dies mein erster Tag in der Welt des LARP war, war ich schon sehr aufgeregt und neugierig.
Ihr habt mir den Einstieg wirklich toll gemacht und mich herzlich in eurer Mitte empfangen.
Ich fühlte mich nach kurzer Zeit, als würde ich schon ewig dazu gehören.
Da dieser Con mein erster war hab ich keine Vergleichsmöglichkeit. Aber ich möchte einmal sagen, wenn die Vorbereitung der Orga und die Durchführung immer so ablaufen, dann überlege ich garnicht lange und würde sofort einem neuen Con zustimmen.
Für mich war es ein unvergesslicher Tag und ich hoffe, nicht der letzte. Von meiner Seite definitiv nicht.

Kann man schon irgendwo die Bilder die reichlich gemacht wurden bewundern ?
Ich übe mich dabei momentan echt in Geduld. :)

Ich hoffe wir sehen uns alle wieder.

Herzlichste Grüße

Matze alias Thorwald Steinhauer

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Daniel Baalmann
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Daniel Baalmann » Di 17. Jul 2018, 06:52

Moin zusammen

Nach der Devise: "Besser spät als nie" schreib ich jetzt mal nach eine reiflichen Bedenkzeit hier nochmal meine Gedanken zur Con nieder.

Ich hatte mich auf ein Spieler vs. Spieler eingestellt mit einer Reihe von unterschiedlichen Zusammenstößen. In dem Zusammenhang war ich sehr gespannt auf die Funktionalität des LM Konzeptes. Leider kam es gar nicht dazu, dieses auszuprobieren, weil die meisten von uns bis zur Endschlacht nicht einen gegnerischen Spieler gesehen haben. Ich habe viel darüber nachgedacht, warum das so war, und als Hauptpunkt auf unserer Seite die meiner Meinung nach wenig sinnvolle Brückenbewachung ausgemacht. Diese schriftlich befohlene und daher von uns auch nicht anzweifelbare Aktion hat dauerhaft ungefähr die Hälfte unserer kämpfenden Truppen gebunden. Problem: Unseren Gegner hat diese Brücke gar nicht interessiert :-(
Die andere Hälfte der Leute war im Lager (das wir ja auch zu halten hatten). Der eine Moment, in dem Alex dann entschieden hat, mal Truppen in Richtung Gegner zu führen, mündete dann auch prompt in einer Katastrophe, nämlich dem völligen Überrollen des unterbesetzten Lagers duch die NSCs.
Meiner Meinung nach hat die ganze Brückenaktion das Spiel mehr verlangsamt und uns gelähmt, anstatt zur Spannung beizutragen. Ähnlich verhielt es sich mit der Soldkasse: Diese hat mehr dazu geführt, dass wir abwarten, um sie in Empfang zu nehmen, als das wir irgendwelche Aktionen starten.

Ich fand es schade, dass sämtliche Führung bei uns im Lager (Gesamtführung, militärische Führung und zivile Führung) durch NSCs (oder GSCs?) vorbesetzt war - inklusive Absicherung durch schriftliche Befehle der Herzogin. Wir als größte Spielergruppe hatten diese Rollen ebenfalls für uns besetzt, kamen aber wenig dazu, dies auch umzusetzen. Natürlich hätte man auch offen rebellieren können gegen Entscheidungen "von oben", das hätte aber meiner Meinung nach kaum zu unserer Darstellung der herzöglichen Truppen gepasst. Hier hätte mehr Kommunikation (auch von unserer Seite) im Vorwege eventuell gut getan, um abzuklären, welche Führungsrollen wir vielleicht auch als Spieler direkt übernehmen können.

Die Endschlacht am Abend und die damit verbundene Entscheidung, die ich im Vorwege zu treffen hatte inklusive Brief und keuchende Heroldin haben mich dann für eine Menge entschädigt! Das war ziemlich cool, hat mir zu einem im Larp bisher so noch nicht erlebten Moment verholfen und mir die politische Dimension unseres Handelns aufgezeigt. Meinen ganz persönlichen Dank dafür, das war groß! Auch der Moment, in dem dann die Reichsgarde aus dem Wald stürmte um uns vor der Niederlage zu retten, hat bei mir für Gänsehaut gesorgt!

Ich hab auf jeden Fall Bock, die Geschichte weiter zu bespielen, gerne auch wieder als PvP, am besten mit weniger örtlich bindenen Aufgaben und mehr Entscheidungsfreiheit :-)

Christina Sattler
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Christina Sattler » So 22. Jul 2018, 20:01

Aloha,

auch von mir nochmal ein Feedback aus meiner persönlichen Raennaperspektive:

Das Navi hat auch uns an der Nase herum geführt, Park- und Zeltmöglichkeit hat gepasst, das Gelände war super schön, inklusive wenig Besucher, das Wetter war etwas zu Bombe, die Dixies waren super und der grillabendliche Ausklang eine super Idee, die ich gerne wieder sehen würde.

Meine Erwartungshaltung:
Ein actionreicher Tag mit viel Arbeit, Gebüsch begutachten (in meinem Fall um sich darin zu verstecken), (Kunst-)Blut, Schweiß und Tränen für uns Spieler. Hauptsächliche Interaktion mit den Spielern der Gegenseite, von Attacken und Angriffen, Geiselnahmen, grässlichen Befragungen, professionellem bis notdürftigem Zusammenflicken, Verhandlungen, Austausch, Konflikten und Verbrüderungen in einem militärischem Setting, inklusive Lagerorganisation und Koordiniation unserer Truppen.

Bekommen habe ich:
Einen schönen Tag im Wald, ein wenig Apokalypse Now-Feeling (stundenlang kein Reiz von außen), mit lecker Essen, genug zu Trinken, schönen Szenen unter einander (danke insbesondere an Heiko :P ), der Möglichkeit mein Heilerbesteck auf Hochglanz zu polieren, Salben zu kochen und Laken zu reinigen und einen Bossgegner in Form von Mücken aus den Niederhöllen.

Was ich nicht erwartet hatte:
Die gefühlt angestrebte/forcierte (trotz dreifachem Sicherheitsmechanismus) ausschließliche Interaktion mit NSCs, die die im Lager stationierten Spieler auf unserer Seite wiederum nur in Form von einem "Wir metzeln alles Nieder"-Angriff seitens der Babaren und dem freundlichen Wassermelonenlieferanten erreichte. Um den ganzen Tag nur mit meinen Gruppenmitgliedern oder NSCs Umgang zu pflegen, bin ich definitiv nicht auf dieses Spiel gegangen. Das fand ich sehr schade und so habe ich das Spiel mit der Gegenseite sehr vermisst.

Die doppelte Befehlsstruktur fand ich unglücklich, auch wenn die Entscheidung sich den örtlichen Truppen unterzuordnen adäquat war, da weder die schriftlichen Befehle, noch die vorhandenen Truppen an sich, zweifelhafter Natur waren. Die Folge war, dass die Eigendynamik, die sich durch das Bekleiden bestimmter (Führungs-)Positionen normalerweise entwickelt, meines Empfindens nach erheblich gehemmt wurde, da die Verantwortung und Bestimmung von Aktionen und Herangehensweisen uns von vorn herein aus der Hand genommen war. (Stichwort da kümmert sich schon jemand anderes drum, dann muss ich das nicht machen, was wiederum dazu führt, dass sich durch Unter-/Überlassen natürlich auch kein weiteres Spiel entwickeln kann)
- Es hätte sicherlich Lösungsansätze für dieses Problem gegeben, z.B. über präzisere Kommunikation im Vorwege oder auch auf dem Spiel selbst, ich möchte die Verantwortung hier nicht komplett auf Orga oder NSC's abwälzen, aber man hätte vielleicht auf eine geschlossene NSC-Befehlskette verzichten können und/oder Positionen im Spielverlauf anders besetzen.

Ich habe mich gefragt, warum nicht verschiedene gemeinsame Points of Interest geschaffen wurden, die Begegnungen provozierten, für Scharmützel sorgten (z.B. Land- oder Ressourcengewinn) oder zu Verhandlungen (z.B. Geiselnahmen/-austausch, Ausbruch einer Krankheit, die man nur mit Hilfe der der Gegenseite in den Griff bekommt) oder Zusammenarbeit (z.B. das Ausheben des Babarenlagers) nötigten. So hätte man auch die "Softskill"-kräfte mehr einbinden oder interne Konflikte schaffen können.
Man hätte beim Check-In über Legendenkenntnis oder meinetwegen auch als "Hausregel" Informationen über Points of Interests oder lokale Probleme streuen oder Verbindungen zwischen den beiden Seiten herstellen können, die nicht automatisch in Gemetzel enden. (Nach dem Motto: "dein Neffe ist auf der Gegenseite und du sollst ihn nach Hause holen" oder "deine Jugendliebe hat hier früher gelebt" oder "jemand aus der Familie im Gebiet der Gegenseite ist schwerkrank und benötigt dringend eine Behandlung oder Medizin") So etwas hätte ich toll gefunden und hätte meines Erachtens nach dem "Bürgerkriegsszenario" zu deutlich mehr Dichte und Interaktionsdrang verholfen.

Der Ultortempel und die Hütte im Wald, waren, da sie sich abseits des eigentlichen Konflikts, bzw. dem Grund unserer Anwesenheit befanden und für diesen auch keine mir bekannte Relevanz entwickelten nicht wirklich von Interesse, bzw. erschienen im Falle der drei Damen zudem einfach zu spät auf unserem Radar. Die Babaren habe ich als Randomgegner empfunden, die zur Spielerbespaßung losgeschickt wurden ohne eigene Motivation oder Ziele.

Das Kapazitätenbinden durch die Bewachung einer sich als irrelevanten Wegpunkt herausstellenden "Brücke" habe ich als frustrierend und spielhemmend empfunden.

Das "heimliche" Punktesammeln habe ich nicht verstanden und hat mein Spiel weder beeinflusst noch bereichert.

Das Konzept Lebensmarken in jetziger Form stelle ich in Frage, da es sich mir spielerisch nicht erschließt, weshalb ich einen Angriff ausführen soll, bei dem ich meine Gegner grundsätzlich nur k.o. schlage. Entweder ich nehme ihn mit (als Geisel) oder ich mache ihn unschädlich, in dem ich ihn töte oder ich lasse ihn aktiv am Leben oder gar laufen (was wiederum Konsequenzen für mich bedeuten kann). Die Option ich lasse ihn verletzt liegen, so dass er wenn er Glück hat, die nächsten Wochen im Lazarett liegt und gleichzeitig keine Bedrohung mehr für mich darstellt, gibt es im Larp nun mal nicht. Und damit lässt es sich meiner Meinung nach auch gut leben, sofern man das Töten eines Charakters entsprechend gewichtet und durch das Setting andere Optionen unterstützt/ offen hält.
Durch die Lebensmarken werde ich dazu genötigt, den Spielercharakter, den ich erschlage, einfach als Randomgegner zu betrachten und nicht als Individuum (denn dieser spezifische Spielercharakter würde ja nicht zwei Stunden später wieder vor mir stehen, da ich diesen ja besiegt/erschlagen habe). Entweder man hätte an den Verlust von Lebensmarken weitere Nachteile binden müssen (je, weniger Lebensmarken, umso lädierter ist man, für den Tag keine schwere Rüstung mehr, temporär lahmes Bein, etc.) oder man lässt es wie bisher einfach weg.

So hübsch die Endschlacht gewesen ist, habe ich zu diesem Zeitpunkt ehrlicherweise einfach nur gedacht, meine Güte, ich hatte den ganzen Tag nichts von der Gegenseite, jetzt muss ich sie auch nicht mehr niedermetzeln. Die Unterstützung aus dem Nichts habe ich als absolut geskriptet und nicht verdient empfunden (auch wenn deren Auftauchen plausibel war).

Das es Camberion geschafft hat alle (?) oder einige Meldegänger abzufangen finde ich zwar sehr löblich, da wir allerdings auch keine erwarteten (oder es unser eigener war, den wir möglicherweise irgendwann vermisst hätten) versackte dieser Spielanreiz leider komplett bevor er uns überhaupt erreichte. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass sich die Dinge allgemein nicht so entwickelten wie sie sollten, abgeschnitten zu sein von der Handlung, und dass wir durch das Binden unserer Kapazitäten an unnützen Stellen in unserem Handlungsspielraum eingeschränkter als notwendig waren.

Ich bin trotz meiner Kritikpunkte am Ende nicht mit einem schlechten Gefühl aus dem Spiel gegangen. Dennoch hatte ich mir mehr erhofft.

Grüße
Christina / Acerba

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Andreas Neiling
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Re: Feedback: "Es hat begonnen"

Beitrag von Andreas Neiling » Mo 6. Aug 2018, 19:53

Müde zieht der Tross Raennas mit seinen Gefangenen und den verwundeten Richtung Aalburg. Fünf Tage ist die siegreiche Schlacht vom Kröhnerttal her, doch das Ruhmgefühl ist bisher ausgeblieben…….

Lag es an den akloner Reichstruppen, die so plötzlich auftauchten und dann die Entscheidung herbeiführten, um ebenso schnell wieder zu verschwinden, oder weil die Kundschafter meldeten, dass die besetzten Gebiete von den Camberianern zurückerobert wurden.

Als diese Information zu den Gefangenen durchsickerte, jubelten diese und Ihre Laune wurde merklich besser, was wiederum nicht zu einer besseren Moral Raennas führte.

Der Tag zog sich quälend langsam dahin und wurde unterbrochen durch ein Fanfaren Schall und das Erscheinen eines Abgesandten, der eine camberiansche Flagge in der Hand hielt.

Ein Unterhändler, der um ein Treffen bat, damit die Gefangenen ausgelöst werden.

Als der Herzog Jobst von Camberion, die Geld Kiste an Sebald von Rahn und Dietrich von Ulmenstein übergab, lobt er Sie für die weise Entscheidung, a) nicht zu kämpfen und b) den Preis nicht zu hoch anzusetzen. Zum Zeichen wie klug die Entscheidung war, ließ er den Stab Raennas die Stärke seiner Streitmacht sehen …..

Lasst die Gefangenen frei, waren die ersten Worte Sebalds zurück im Lager. Leise sprach er zu seinem Stab: Vor den tapferen Veteranen Camberions hab ich Respekt, aber habt Ihr dahinter das normale Volk gesehen…Bauern mit Forken, Schmiede mit Hämmern, Müller mit Dreschflegeln und dahinter Frauen und Kinder mit Messern und ALLE haben diesen entschlossenen Ausdruck in den Augen……

Lasst uns so schnell heimkehren wie es geht.

Als die Gefangenen das Lager verließen, drehte sich Graf von Fierstein noch einmal um und sprach mit lauter Stimme: Schließt Euch der gerechten Sache an, Ihr könnt diesen Zwist nicht gewinnen, Ihr seid nicht mit Eurem Herzen dabei und Elisabeth treibt ein falsches Spiel – auch mit - Euch. Möge Ultor Euch auf den rechten Pfad führen. Lebt wohl…
Glück ist wie Seife. Manchmal flutscht es einem einfach durch die Hände.

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