Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

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Lars Büker
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Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Lars Büker » So 29. Sep 2019, 14:00

Schön war's gewesen. Vielen Dank erstmal an die liebenswerte Orga, die diesen Abend/diese Nacht veranstaltet hat.

Eine Sache vorweg: Ich kann Tavernenspiele - sofern sie bloß als Raum zum gemeinsamen Zeitverbringen dienen - immer noch nicht leiden, und ich halte sie (unter der beschriebenen Voraussetzung) immer noch für Zeitverschwendung für alle Beteiligten. Damit das hier im Feedback nicht zu weit führt, habe ich "Allgemeines zum Thema LARP"-Unterforum ein eigenes Thema verfasst, ind welchem ich meine Beweggründe näher erläutere. Das vorausgeschickt möchte ich sagen: Wenn man schon ein Tavernenspiel veranstaltet, dann hat diese Orga so ziemlich alles richtiggemacht, was man so richtigmachen kann.

Die Location war großartig. Wenn man schon zu einer LARP-Taverne geht, dann ist ein so uriger Ort wie das "Hieronymus" in Lübeck der Gold-Standard, an dem man sich messen lassen sollte. Der Gastraum ist hoch genug, damit es nicht zu schnell heiß und stickig wird, es gibt einen ordentlichen Tresen, Mobiliar und Bausubstanz sind wunderbar „ambientig“ (hunderte Jahre alte Holzbalken, Backsteinmauerwerk, große Feuerstelle, etc. pp., ihr wart ja alle selber da). Die wunderbare Orga hat neben Bier, Kaltgetränken und Kaffee(!) auch ausreichend Knabbereien sowie schöne „alte“ Kartenspiele und ausreichend Knabbereien bereitgestellt. Sowas sind keine Kleinigkeiten, das sind entscheidende Elemente für einen guten Gastgeber und einen gelungenen Abend.
Dass nur das unterste Geschoss nutzbar war, erwies sich als Segen, denn so konzentrierte sich das Spielgeschehen auf einen einzigen gut übersehbaren Bereich. Man konnte stets das Gefühl haben, an allem beteiligt zu sein. Dass nur ein einziges winziges Klo für alle zur Verfügung steht ist bedauerlich, aber eben nicht zu ändern.

Wir hatten tolle Musikanten, die nicht nur hübsch anzusehen waren, sondern auch ihre Instrumente zu spielen verstanden. Das ist immer gut.

Die NSC waren optisch opulent und beeindruckend ausgestattet, sowohl Papa Jambo als auch die brandvernarbte Rothaarige, deren Namen ich den ganzen Abend nicht mitbekommen habe, sahen toll aus. Außerdem hat sich René Jambo die Größte Mühe gegeben, auch noch das letzte aus einem Voodoo-Dienstleister herauszuspielen. Das war schön.

Schön war auch der Verkauf von verschiedenen Krimskrams mit unterschiedlicher Anwendbarkeit. Die Idee, einen kleinen Verkaufstand auf einem Tavernenlarp einzurichten, ist sehr gut. Das wertet die Veranstaltung erheblich auf, indem es ihr eine zusätzliche Dimension verleiht. Ich kann nicht bloß mit meinen Freunden in Kostüm Bier trinken, ich kann mir auch hübsche Kinkerlitzchen, nützlichen Kleinkram oder ein nettes Souvenir kaufen.

Diese Dinge waren auf jeden Fall ganz besonders schön. Der restliche Abend war nichts Besonderes, aber dafür auch nicht schlecht. Ein Tavernenspiel krankt immer daran, dass es im fundamentalen Gegensatz dazu steht, was ein LARP eigentlich sein soll: Ein Spiel nämlich, das seinen Teilnehmern Herausforderungen und Aufregung bietet. Das steht so nirgendwo geschrieben, aber es ist die stillschweigende Erwartung, mit der wir alle – Spieler wie NSC – auf ein Liverollenspiel gehen, die Erwartung nämlich, dass wir spielen können.

„Hieronymus Hoffmanns Heiteres Hopfenhaus“ stand vor demselben Problem, das jedes Tavernenlarp hat: Es gibt nichts zu tun. All jene unter uns, die jetzt einwenden möchten, dass Kartenspielen und Würfel würfeln doch auch ganz nett seine, sollten zumindest eingestehen, dass diese beiden Aktivitäten nach spätestens der Hälfte des Abends aufgehört haben. Ihr habt auch nicht die ganze Zeit gewürfelt und Karten gekloppt, das hielte ja auch keiner aus!

Die Orga hat sich redlich Mühe gegeben, weiteren Anreiz für Beschäftigung zu bieten mit ihrem Geisterplot und der Geheimnisvollen Kiste TM, doch sie ist dabei mit einem Problem konfrontiert worden, das diese beiden Plot-Typen immer haben: Wen interessiert’s? Ein spukendes Gespenst, das kleine Gegenstände umwirft und ohne Vorwarnung Leuten Schmerzen zufügt, ist gutes Horrorfilmmaterial und wäre der blanke Schrecken, wenn es im wahren Leben passieren könnte. Auf einem LARP ist es einfach komplett egal. Hier spukt es? Na und, ist nicht mein Haus. Hier fallen immer wieder Würfel vom Tisch? Das ist gelegentlich nervig, aber was soll ich denn schon dagegen tun?
Zufällige Poltergeistereignisse sind für einen LARPer nicht gruselig, sie sind in den meisten Fällen nicht einmal störend. Sie sind auf gar keinen Fall ein Grund, in Aktivismus zu verfallen. Im Falle der Taverne „H4“ offenbarte sich ganz besonders deutlich ein grundlegendes Problem mit solchen Plots: „Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen“, will sagen: Das betrifft mich nicht, das geht mich nichts an, ich kann einfach nach Hause gehen und mich mit dem Kram nicht weiter beschäftigen. Eben weil für uns als Kneipenpublikum nichts auf dem Spiel steht und wir einfach gehen können, kann uns dieser ganze Spuk auch herzlich egal sein. An dieser Stelle möchte ich die Orga dafür loben, dass sie nicht auf den total ausgelutschten Trick zurückgegriffen hat, dass plötzlich alle Türen und Fenster verrammelt sind und wir den Ort nicht verlassen können, bis der Plot gelöst ist. Danke dafür.

Immerhin hat sich die Brandnarbige kräftig ins Zeug gelegt, um uns den Spukplot vorzuführen und uns Spieler zur Handlung zu animieren, doch es fehlte ein entscheidendes Element: Ein Grund, warum uns das kümmern sollte. Außer der Lautstärke und Hartnäckigkeit der Vortragenden gab es einfach keinen Anlass, sich mit der Puppe zu beschäftigen. Schmeißt die Puppe in den Kleiderschrank, werft die schreiende Frau aus der Kneipe, holt noch eine Runde Bier, Problem gelöst. So einfach kann es sein. Nicht von ungefähr hat sich allerhöchstens die Hälfte der Anwesenden mit dem Puppenkrempel beschäftigt, und ich bin mir sicher, dass viele von denen das vorranging darum gemacht haben, weil das spannender ist als Farbe beim Trocknen zuzuschauen.

Das Postpaket war noch schlimmer: Es fällt noch viel deutlicher in die Kategorie „geht mich nichts an“. Das ist ein mysteriöses Paket? Na und? Stellen wir uns folgendes vor: Keinen Spieler hätte dieses Paket gejuckt. Igor kommt spät am Abend vorbei und holt es ab. Das war’s. Was war hier der Plan der Orga? Wie hätte dieser Ablauf irgendwie den Abend bereichert? Wenn so der Ablauf eines Plot-Hooks aussieht, wenn die Spielerinteraktion ausbleibt, dann kann man sich selbigen Ansatz komplett sparen. Ganz ehrlich, ihr habt doch nicht Zeit und Arbeit in die Gestaltung dieser Kiste investiert, damit Dennis die einfach stillschweigend wieder mitnimmt.

Das Paket habe ich allein aus einem Grund an mich gebracht und seine Öffnung vorangetrieben: Weil mir langweilig war. Insofern vielen Dank an die Orga, dass es so ein kleines Puzzle gab, mit dem ich mich amüsieren konnte. Dieser Dank ändert allerdings nichts daran, dass ich (und wohl auch alle anderen) keinen IT-Grund hatte, mich dieser Kiste anzunehmen. Es war einfach offensichtlich, dass sie von der Orga in der Absicht platziert wurde, sich damit zu beschäftigen, also habe ich diesen Strohhalm ergriffen. Das war eine rein von OT-Motivation und OT-Wissen getriebene Entscheidung meinerseits. Aus der Spielsituation heraus gab es, noch viel mehr als bei der Puppe, einfach keinen Grund, sich mit dem Ding auseinanderzusetzen.

Obendrein war es schon recht schäbig, einen Gegenstand ins Spiel zu bringen, der „Augen der Geisterwelt“ ermöglicht, und ihn dann komplett nutzlos zu machen. „Ja, Du kannst in die Kiste reinschauen. Die Dinge in der Kiste sind alle mit Stoff umwickelt. Mehr kannst Du nicht sehen.“ Na toll. Was soll denn das? Ein Hilfsmittel zur Plotlösung bereitzustellen, welches sich dann als komplett nutzlos herausstellt, ist eine ganze miese Nummer. Nicht nur wurde das Auge damit bedeutungslos und hätte auf einfach weggelassen werden können, es hat auch den Kistenplot uninteressanter gemacht. Ein konkreter Hinweis darauf, was für spannende Dinge sich in der Kiste befinden, hätte die Motivation erhöht, das Ding aufzukriegen. So hingegen wurden wir nur noch einmal darin bestätigt, dass wir keine Ahnung haben, was das ist und es uns eigentlich nichts angeht. Mal ehrlich: Warum habt ihr denn diese Kiste gebastelt? Ihr habt euch als Veranstalter doch bestimmt gewünscht, dass eure Arbeitszeit dahingehend Früchte trägt, dass sich die Spieler mit dem Ding beschäftigen. Ein Hinweis darauf, was drin ist und warum uns das interessieren sollte, hätte dazu beigetragen.

Schließlich empfand ich die repräsentierte „Unterwelt“ einfach nur als störend. Es ist ermüdend und bis zur Überstrapazierung ausgereizt, dass Phönix-Kneipen vom organisierten Verbrechen infiltriert sind. In Tulderon gehört das zum Konzept, überall woanders hat es seinen Reiz längst verloren und ist zum Klischee verkommen. Das „H4“ wurde immerhin als anständige Kneipe beworben. Obendrein wirkt es in Aklon-Stadt deplatziert. Wir haben schon eine Stadt der Diebe. Wir brauchen nicht noch eine. Als Frau Rabenfeder Schutzgeld gefordert hat, hatte ich nicht übel Lust, den Laden anzustecken und nach Hause zu fahren.

War also alles schlecht? Keineswegs! Die Requisiten waren liebevoll ausgewählt und schön anzusehen. Das Russische Runen Roulette war absolut der Höhepunkt meines Abends. Ich habe Tränen gelacht, als ich blind Händchenhaltend mit einem röchelnden Leon auf meinem Stuhl saß. Nicht nur hat die ultorianische Glaubensschwester eine beeindruckend vernünftige und besonnene ebenfalls erblindete abgeben, nein, Leons Röchel- und Hustkonzert war so engagiert und gleichzeitig urkomisch, dass ich mich so gut amüsiert habe wie seit langem nicht.

Auch die Musik war, wie schon eingangs erwähnt, sehr schön, wenn auch insgesamt zu wenig. Allzu oft war es in der Taverne sehr still. Da können wohl nur noch mehr Musikanten abhelfen!

Ausstattung und Kostümierung der Mitspieler waren schön, und ganz generell haben sich alle Anwesenden Mühe gegeben, dass es ein schöner Abend wird.

Ich hoffe sehr, dass es eine Wiederholung des „H4“ geben wird. Wenn ich auch Tavernenspiele grundsätzlich nicht leiden kann, so habe ich mich noch auf keinem so gut amüsiert wie auf diesem. Ich würde mir für die Zukunft allerdings folgendes wünschen:
  • Gründe, mich mit dem Spielangebot zu beschäftigen.
    Eine Angebotene Belohnung ist immer das einfachste Mittel. Es wäre ja ein leichtes gewesen, wenn der Wirt eine größere Summe Geld angeboten hätte dafür, dass einem die tapferen Gäste den Geist vom Keib schaffen. Ebenso hätte doch der arme Igor vor seiner verschlossenen Truhe sitzen können und jemanden suchen, der ihm hilft, das blöde Ding aufzukriegen. Letzteres ist zwar etwas konstruiert, aber es gibt uns wenigstens einen Vorwand, uns für den Plotgegenstand zu interessieren.
  • Mehr Wettbewerbe.
    Es gibt eine Fülle von Angeboten, mit denen auch reale Kneipenbesitzer ihre Kundschaft anlocken: Kneipenquiz (zugegebenermaßen praktisch unmöglich im Phönixlarp), Wettbewerbe, Partyspiele, Gesellschaftsspiele (Wie wäre es mal mit Jenga in der Taverne?), sportliche Wettbewerbe, Puzzlen auf Zeit, Kreuzworträtsel um die Wette, etc.

    Ein Plotgegenstand wie die Kiste ließe sich ganz einfach als zur Unterhaltung platziertes Puzzle etablieren: Um seine Kundschaft aus Abenteurern zu unterhalten hat der Wirt des „H4“ eine aufwendige Puzzlebox bereitgestellt. Wer unter persönlicher Gefahr (und zur Belustigung des Publikums!) diese knifflige Kiste öffnet, der darf etwas von ihrem wertvollen (aber bisher unbekannten!) Inhalt als Preis behalten. Schwupps, schon hat man einen Grund, sich für das dumme Ding zu interessieren.
  • Noch mehr Abendunterhaltung durch die Spieler für die Spieler
    Die wunderbaren Barden, Lisbeths Kopfmassagen, der Krughändler, Ruthgers Kartenspiel: Das Alles waren Elemente, die von Spielern mitgebracht wurden und den Abend erheblich bereichert haben. Ein Tavernenspiel kann nur gewinnen (und ich möchte sogar sagen: Es hat überhaupt nur dann eine Daseinsberechtigung), wen es eine Plattform ist für Spieler, tolle Dinge auszuprobieren oder den Mitspielern ein aktives Spielangebot zu machen. Mein Abenteurerwettbewerb ist aus dem Gedanken der Spielbereicherung geboren, indem ich mich gefragt habe: Wie kann ich meinen Mitspielern eine Herausforderung bieten, bei der die Teilnehmer sich an einer Aufgabe messen können (inklusive Belohnung) und die Zuschauer unterhalten werden?
  • Mehr Flohmarkt
    Ich halte den Trödeltisch am Tresen für den besten und innovativsten Einfall des Abends. Nicht nur ließen sich dort nützliche und schöne Häkelsachen von Melle kaufen, sondern auch hübscher Ambientetand und witzige verzauberte Gegenstände. Das ist etwas echt Gutes und ist ausbaufähig. Vielleicht ließe sich das ja behutsam ausbauen zu einem Verkaufsstand für selbstgemachtes (Täschchen, nützliche hilfreiche Dinge) und einem ganz kleinen Bring-n-Buy Flohmarkt (jeder nur ein Teil, sonst wird’s zu groß).
Also noch einmal zum Schluss zusammengefasst: Vielen Dank für den schönen Abend und Danke für die Mühe, liebe Orga. Was Tavernenspiele angeht, war das hier ein gutes, auch wenn ich mich bisweilen gelangweilt habe. Hieronymus Hoffmanns Heiteres Hopfenhaus ist hat allerdings ganz viel richtiggemacht und bietet viele tolle Ansätze, um noch besser, schöner und unterhaltsamer zu werden.
Zuletzt geändert von Lars Büker am So 29. Sep 2019, 14:12, insgesamt 1-mal geändert.
In Wirklichkeit bin ich viel hübscher.

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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Benjamin Sk. » So 29. Sep 2019, 14:35

Ich will nur eine kleine Richtigstellung zwischenschieben, bevor mehr Feedback kommen kann: Die laute rothaarige Frau(ke), die sich so energisch für die Puppe einsetzte, war kein NSC, sondern eine Spielerin, die offenbar an dem Plothook hängen geblieben ist. 😉
I prepared Explosive Runes this morning.

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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Nora Ziel » So 29. Sep 2019, 21:32

Ich kann mich den meisten DIngen die Lars gesagt hat anschließen.
Tolle Location, viel schöner Input von den Spielern, der Kramstand war toll und die liebevolle Legendensammlung hat mich auch sehr gefesselt.
Die Informationen und kleineren Gegenstände die beim Check in schon mit ins Spiel gebracht wurden fand ich eine sehr gelungene Idee (wer spielt nicht gern mal Trankroullette oder sieht zumindest dabei zu?)
An der Kiste habe ich mich auch eher aus OT Gründen beteiligt.
Das Ende verlief ein bisschen im Sand, da wäre tatsächlich ein etwas runderes Ende schön gewesen (vielleicht einer der Wettbewerbe die Lars vorschlägt)
Worauf ich durchaus hätte verzichten können sind lautstarke Unmutsbekundungen von Spielern die der Meinung sind dass sie wie kleine Kinder immer wieder lautstark darauf hinweisen das ihnen langweilig ist während andere Leute noch versuchen einen Plot zu lösen ;)
Ich würde mich sehr freuen wenn das Format sich wiederholen würde. Neben den ganzen Schwierigkeiten die Lars aufgeführt hat gibt es auch einige Vorzüge für Tavernenabende, zum Beispiel das quasi immer und überall eine SL dabei stand und dass man relativ wenig Vorbereitungsstress hat.

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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Marcus Schöning » Mo 30. Sep 2019, 10:13

Ich werde auch mal meinen Senf loswerden. Allerdings sehe ich Tavernenabende bei weitem nicht so kritisch wie Lars.

Vorweg: wenn einem Tavernenabende nicht zusagen, niemand wird gezwungen ein Spielangebot/Veranstaltung wahrzunehmen.

Ich erwartete eigentlich viel weniger als Geboten wurde. Ich bin sehr weit weg von dem was man Plotjäger nennt und wenn ich mich an einem Plot beteilige, liegts meistens daran, dass er wie ein gefütterter Strassenköter hinter mir herläuft. Bei mir steht die Interaktion zwischen Charakteren im Vordergrund.

Mir hat die Taverne gefallen, ich hab alles geschafft was ich mir vorgenommen habe. Ich brauchte Plot schlicht nicht. Ja das bedeutet ich möchte in Gewandung Bier trinken.

Ich habe unerwartet viele alte Bekannte und Freunde getroffen, viele Gespräche geführt und konnte sogar Tul...äh Aklon das Sammelkartenspiel spielen. Wer kennt sie nicht die grossen Akloner Helden: Jakob, Kalle und Marz?

Die Barden, grossartig ihr seid eine wirkliche Bereicherung.

Sehr genossen habe ich auch den schamanischen Wahrsager, dass das so gut passte könnte sogar Auswirkungen auf mein zukünftiges Spiel haben.

Kurzum: gerne wieder! Plot brauch ich nicht, auch IT Charaktere gehen einfach mal was trinken. EPs brauch ich dafür auch nicht bekommen, wenn das der Hinderungsgrund ist.

Ich glaube auch, dass Spielangebot genug entsteht, wenn man das alles in die Hände der Spieler legt. Das entlastet die Orga auch massiv.

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Simon K.
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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Simon K. » Mo 30. Sep 2019, 12:52

Vorweg, wer Tavernenspiele - sofern sie bloß als Raum zum gemeinsamen Zeitverbringen dienen - nicht leiden kann, braucht sich auch nicht für die Veranstaltung anmelden. Es war als Tavernenabend angekündigt. Wenn ich keine Konzerte mag, dann gehe ich nicht auf Konzerte. Mag ich keine Firmenfeiern, gehe ich auf keine Firmenfeiern. Mag ich keine LARP-Tavernenabende, gehe ich auch auf keine Tavernenabende. Die Warteliste war lang und viele andere Spieler auf der Warteliste hätten sich vielleicht gefreut. Generell mag ich die Verallgemeinerungen und Belehrungen von Lars nicht leiden aber darum gehts hier nun nicht.

Das Hieronymus als Location war eine tolle Idee. Wobei ich ungerne in voller Gewandung durch die lübecker Innenstadt laufen möchte und eine Umziehmöglichkeit total toll gefunden hätte. Ansonsten habe ich vom Hieronymus als Location garnicht so viel wahrgenommen. Ich bin ein visueller Mensch und hätte mich vielleicht über zwei, drei Banner an der Wand etc gefreut aber das wäre nur das i-Tüpfelchen gewesen.

Plot und Unterwelt gingen ebenso komplett an mir vorbei. In einer Taverne verbringe ich Zeit zum trinken und reden und genau das habe ich auch getan, beides viel und das hat mir für den Abend auch komplett gereicht. Ich mochte die Spielerverstrickungen mit der Schmutzblattschreiberin und der Akut und die vielen netten Unterhaltungen mit den Gästen.

Ich habe meine Zeit im Hieronymus jedenfalls weitesgehend genossen und würde vermutlich auch ein nächstes Mal kommen. Gerne dann mit mehr Musik und vielleicht fünf Spielern mehr. Und liebe Orga, bei 25 Spielern brauchen wir keine 3 Orgas anwesend, sondern spielt mit und bereichert den Abend in Rolle. :-)

Somit, vielen Dank nochmal an die Orga und NSCs und hoffentlich auch einen baldigen nächsten Tavernenabend im Hieronymus.
// Neuigkeiten zu weiteren Cons der Phönix Carta findest du auf Facebook unter http://www.facebook.de/phoenixlarp

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Frau_Raupe
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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Frau_Raupe » Di 1. Okt 2019, 17:55

Vorweg:
Ich bin ziemlich neu im Phönix.
Ich bin als Ruth Roderik da gewesen. (Brandnarben, mitunter nervtötend.)
Ich bin Verlegerin von Papiererzeugnissen, KEINE Schmuddelheftschreiberin.
Das bitte ich gewisse Pfuscher im Schriftenbereich und Klatschblattvertreiber in Zukunft zu berücksichtigen.

Hier mein Feedback:

Organisation vorweg:
- Ich habe mich als Einsteigerin gut beraten und bestärkt gefühlt. Dafür als Erstes ein Dankeschön und Lob.
Die Infos waren übersichtlich und haben bei mir keine inhaltlichen Fragen offen gelassen.
- Die Umschläge waren mit interessanten Infos gefühlt.
- Ich hätte im Spiel selbst nicht damit gerechnet, mit Orga so gut versorgt zu sein.

Plot:
Ich hatte das Gefühl, dass im Spiel viel mehr Plot war, als ich hätte bearbeiten können. Der Übergang zwischen Orga-Angebot und Spieler-Angebot verlief recht fließend für mich, ebenso zwischen NSC und SC, was mir gut gefiel.
Ich stimme Lars zu, dass es schön ist, wenn SC ebenfalls Spielangebot generieren.
Ich fand den Plot für einen Tavernenabend ausgesprochen unterhaltsam. - ich habe schnell IT-Gründe gefunden, mich für Verschiedenes zu interessieren. Leider hatte ich einfach nicht genug Zeit. Die Legendensammlung hätte ich gerne noch verfolgt und ein Auge, dass in fremde Schlafgemächer sehen kann, - ich hätte es gerne erworben!

Spielmechanik, Regeln, etc.:
Bestimmte Ausfälle meiner Rolle sind zum Teil meiner Unerfahrenheit mit den Drogen der Phönixwelt und dem wie genau diese auszuspielen sind zuzuschreiben. Ich schätze die Versuche, mich still zu bekommen sehr.

Spielerinteraktion:
Mir gefiel das Schauspiel und die Einfälle vieler Spieler*innen sehr. Ich habe zwischendrin nicht auseinanderhalten können, ob fehlendes Plotengegement oder Interaktion hier und da IT oder OT angelegt war.
An einem Tavernenabend ist Jeder wohl auch ein Stück weit seines eigenen Glückes Schmied. Da gehe ich mit Lars überein, der zu selbst gemachten Spielangeboten ermunterte.
Danke für viele witzige, aber auch konsequente Dialoge und Begegnungen und Reaktionen.

Phönix-Feedback-Forum (aufgrund des Posts durch Lars):
Ich war etwas erschrocken über die Art, wie über einen Abend und dessen Organisation geschrieben wurde - und das so prominent und lang. – abgesehen davon, dass es mir in der Taverne einfach gefiel und man aber mit der Zeit sicherlich zu differenzierteren Ansichten findet, hoffe und denke ich einfach, dass das nur eine Einzelstimme darstellt. Ich mag kritische Auseinandersetzung und Verbesserungsvorschläge fallen ja oft da, wo schon viel wirklich gut ist.

Ich finde es zum Beispiel auch wichtig, dass an solch einem Abend, die Barden sich die Hand geben können, damit immer etwas Musik da ist. (Was ja nicht immer so zu organisieren ist) - aber die Punkte, die vielleicht wichtig wären, gehen leider neben den allgemeinen Aussagen zu verallgemeinernden Aussagen zu Tavernenspielen unter. Das finde ich schade und erhoffe mir das anders.

Herzlichen Dank an Alle Beteiligten.
Frauke
Frauke.

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René W.
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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von René W. » Mi 2. Okt 2019, 09:48

Hiho.

Auch hier vielen Dank an die Orga, die so ein Spiel möglich macht. Ich finde Tavernen Spiele SUPER. Ich finde Spiele generell gut, in jeglicher Art und Weise. Sie bieten Möglichkeiten. Ich honoriere es wirklich, dass sich jemand hinsetzt, ein Spiel macht und dafür Opfer bringt. Erneuten Dank dafür. Aber das gehört nicht hierhin.

Ich war vollauf zufrieden als Voodoomann in der Ecke.Das war tatsächlich Arbeit, weil es so viel war. Dennoch vielen Dank an alle, die das angenommen haben und zu mir gekommen sind um sich die Zukunft sagen zu lassen oder einfach nur zu zu reden.
Ich hatte meinen Spaß. Da war natürlich der Geisterplot, den ich vermitteln durfte. Am Ende war ich tatsächlich schon real entkräftet, weil der so Potent war und die Interessentinnen (vor allem Mirjam, die unermüdlich wurde,aber auch Frauke danke dafür) sich so ins Zeug legten.

Vom Restplot habe ich sehr wenig mitbekommen, kann daher wenig dazu sagen.

Hervorheben möchte ich als besondere Spielpartner Quintus, die beiden Zeitungsjungs, Melchior, Rulonier Rölschbräu (ich und Namen), Miss Rabenfeder und auch Lars, dessen Moderation zu dem Spiel sehr Zeitvertreibend war.

Mein Briefing war sehr gut und ich hatte sehr viel Gestaltunsspielraum. Auf meine Ideen und wünsche wurde sehr viel eingegangen und mir auch noch tolle Requsisiten zur Verfügung gestellt (die Kugel war Wunderschön).


Was nicht so cool war, dass ich das gefühl hatte in einer Tulderoner Kaschemme gelandet zu sein. Scheinbar gibt es dafür zu wenige Spiele. Sonst kann ich mir nicht erklären, warum die halbe Belegschaft nach Aklon Stadt reißt. War da nicht mal irgendetwas mit "Tulderoner sind dort nicht so gern gesehen"?
Mir fehlte die Akloner Einwohnerschaft. Einige haben dies Fahne sehr hoch gehalten (top :!: ). Dennoch habe ich im vorwege von Phoenix geschwärmt, dass es so einzigartig für mich sei, dass man sich auf ein Setting einlasse. Dass man eben nicht den Ewig gespielten Char überall auf der Welt und zu jeder Zeit antreffe, nur weil er da ist. Das die Welt so schön dicht und real sei, weil man eben nicht mit dem Ork auf den Ball fahre und mit dem Modemogul zum Orkspiel (entschuldigt die Übertreibung).
Ich hätte mir mehr Bürger von Aklon Stadt gewünscht. Dass einige Durchreisende da sein werden dachte ich mir. Das es in Großsstädten multikulturell und auch extravagant zugeht dachte ich mir. Nur nicht, dass wirklich so viele Tulderoner da sein würden nicht. Das empfand ich als störend und schade. Das wurde dem Setting nicht gerecht.

Danke liebe Orga, ihr habt für mich alles richtig gemacht. Beim nächsten mal wünsche ich gerne mehr Spielern die Möglichkeit auf das Fortsetzungsspiel zu fahren, denn es gibt die Nachfrage.

liebst

René
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Lars Büker
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Re: Feedback Hieronymus Hoffmans Heiteres Hopfenhaus

Beitrag von Lars Büker » Sa 19. Okt 2019, 11:02

Frau_Raupe hat geschrieben:
Di 1. Okt 2019, 17:55
Phönix-Feedback-Forum (aufgrund des Posts durch Lars):
Ich war etwas erschrocken über die Art, wie über einen Abend und dessen Organisation geschrieben wurde - und das so prominent und lang. – abgesehen davon, dass es mir in der Taverne einfach gefiel und man aber mit der Zeit sicherlich zu differenzierteren Ansichten findet, hoffe und denke ich einfach, dass das nur eine Einzelstimme darstellt. Ich mag kritische Auseinandersetzung und Verbesserungsvorschläge fallen ja oft da, wo schon viel wirklich gut ist.
Hi Frauke! Schön, hier von Dir zu lesen! :D
Mir hat Deine Darstellung sehr gefallen. Ich fand Dich nicht nervtötend, bloß laut. ;) Deine BRandnarben fand ich so großartig geschminkt und Dein Engagement so beeindruckend, dass ich ganz einfach davon ausgegangen muss, dass dieser Aufwand und dieser EInsatz wohl Orgagesteuert sind. Da habe ich Dir wohl Unrecht getan" :lol:

Was Umfang und Art der Kritik angeht: Ich habe überhaupt nur den Aufwand betrieben, so viel zu schreiben, weil ich a) viel von der betreffenden Orga halte und davon ausgehe, dass sie Feedback in Betracht ziehen, b) viel Spaß auf dem Tavernenabend hatte und überzeugt davon bin, dass in Sachen Tavernenlarps diese Veranstaltung auf dem richtigen Weg ist, c) ich davon überzeugt bin, dass niemandem geholfen ist, wenn über Bestandteile eines LARPS hinweggesehen wird, die nicht oder nicht richtig funktioniert haben.

Mein Feedback beginnt und endet mit Lob, und auch zwischendrin habe ich gutes über das Spiel und die Mitspieler zu sagen. Feedback und Kritik sollten allerdings nicht nur aus Lob bestehen, sondern auch die Dinge ansprechen, die nicht gefallen oder nicht funktioniert haben. Ein Veranstalter kann den Erfolg seines Larpkonzepts doch nur dann beurteilen, wenn er ehrliches Feedback bekommt.
Frau_Raupe hat geschrieben:
Di 1. Okt 2019, 17:55
[...]die Punkte, die vielleicht wichtig wären, gehen leider neben den allgemeinen Aussagen zu verallgemeinernden Aussagen zu Tavernenspielen unter. Das finde ich schade und erhoffe mir das anders.
Darf ich fragen, welche "verallgemeinernden Aussagen zu Tavernenspielen" das wären? Jeder Absatz meines Feedbacks bezieht sich konkret auf das stattgefundene Tavernenspiel und benennt Elemente des Abends. Wenn Punkte, die vielleicht wichtig wären, untergegangen sind oder unerwähnt blieben, dann lass gerne hören! :D
In Wirklichkeit bin ich viel hübscher.

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