Feedback Die verlorene Welt - Obsidian

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Lars Büker
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Feedback Die verlorene Welt - Obsidian

Beitrag von Lars Büker » Di 22. Mai 2018, 11:35

Schön war's!

Vielen Dank für dieses opulent ausgestattete Spiel - aufwendig aus Beton und Gips hergestellte Statuen und Statuetten, schön ausgestattete Drax und dazu noch ein Raptor und vor allem: Ein großartig ausgearbeiteter Hintergrund mit fantastischen Festrollen! Diana und Klaas als Expeditionsleiter/Archäologen waren nicht nur in ihren Kostümen hübsch anzuschauen, sie waren auch ein Füllhorn an Informationen. Der Archäologin beim Referieren über die Stämme Tixcucon und Kubaka-Ke'el, den Hohepriester Mahachu und das Geisterwesen Mykelti sowie die Geschichte des laikerianischen Ruls zuzuhören vermittelte den glaubhaften Eindruck, eine wahrhafte Geschichtswissenschaftlerin und Fachfrau auf ihrem Gebiet vor sich zu haben. Das war großartig! Ebenfalls großartig war der geschäftlich geschichte Schachzug ihres Compagnons, einen passend rückdatierten Kaufvertrag vorzulesen, nachdem die Verkaufsfrist für die Fouragesäcke abgelaufen war. Chapeau!

Die Minipyramide in der Grabkammer war schön, die drei runden Steinplatten zum Öffnen derselben waren schön, die Figuren & Statuetten waren schön, das Wetter war schön, und das Kostüm des Dämonen war auch schön!

Ein kleiner Wermutstropfen in Sachen Dämon war allerdings, dass der so zahm war. Er hatte immerhin eine Hellebarde, mit der er 5 Punkte Schaden austeilen konnte, und stand immer wieder ungerüsteten, unbewaffneten und unbegleiteten Helfern gegenüber, die er mühelos hätte umbringen können, ohne langsamer zu werden - und hat es nicht getan. Er hätte ein Blutbad anrichten können, und wir sind stattdessen sehr glimpflich davongekommen. Das hat sich antiklimatisch angefühlt.

Überhaupt ist "antiklimatisch" ein Begriff, der mir trotz all der wundervollen Anteile auf dem Spiel zum Abschluss im Gedächtnis bleiben wird. Wir haben am Feuer sitzend einmal zusammengetragen, was wir alles als Bedrohung, die einer Lösung bedarf, empfanden, und wieviel wir davon gelöst hatten. Da waren:
  1. Die Besessenheit durch Drax-Ahnengeister
  2. Die Ausbreitung eine giftigen Wolke
  3. Die Entwendung von Proben aus eben jener giftigen Wolke durch einen schurkischen Ganoven, der damit mutmaßlich finstre Geschäfte machen will
  4. Mutierte, unheilige Mercenarios, die in Begleitung von Mumien ankamen. Die Mercenarios waren mutmaßlich eben jene, die in der Wolke verloren gingen, wonach noch 9 von 11 vermisst sind.
  5. Drax-Mumien, die in unregelmäßigen Abständen vorbeikommen
  6. Ein freilaufender Dämon, der mit unbekannten Zielen und Absichten durch ein Portal verschwand
Von diesen Punkten haben wir (wahrscheinlich) abschließend gelöst: Die Besessenheit durch die Ahnengeister (außer bei Schwester Aklonia) sowie - möglicherweise vielleicht - das Auftauchen der Draxmumien. Letzteres soll durch das Erschlagen der weißen Geisterwesen erzielt worden sein, so sagt man. Woher genau diese Information stammte, konnt mir aber niemand sagen. Man muss also abwarten.

In Sachen Wolke & Wolkenproben & aggressiver monströser Wolken-Exkursions-Mercenarios sind wir nicht weitergekommen. In Sachen Dämon haben wir ihn entkommen lassen, mit wer weiß was für Absichten. Das ist alles in allem sehr unbefriedigend und ist gleichzeitig ein total toller Grund, auf einen weiteren Teil der Reihe "Die verlorene Welt" gespannt zu sein. Bitte macht mehr davon!
In Wirklichkeit bin ich viel hübscher.

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Frank Bauer
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Re: Feedback Die verlorene Welt - Obsidian

Beitrag von Frank Bauer » Di 22. Mai 2018, 13:45

Moin,
3 Tage bei schönem Wetter in einem schönen Dorf.

Leider hat das Spiel mich nicht mitgenommen. In Deutschland den Eindruck von Sheldiria zu vermitteln ist schwer, das wissen wir von unserem eigenen Sheldiria-Spiel. Die Location war dafür perfekt gewählt. Aber 5 Statuen, 4 Draxe, 3 bemalte Steinplatten und eine Handvoll Gipsfiguren haben mir definitiv nicht gereicht, um meine Phantasie anzuregen.
Was noch am ehesten ein Sheldiria-Feeling vermittelte, war die Floßfahrt über das Flüsschen. Leider war jenseits des Flusses - nichts. Jedenfalls haben wir dort nichts gefunden und auch nicht gehört, dass andere dort etwas vorfanden, außer den 3 Draxen.
Insgesamt fehlten dem Spiel Atmosphäre, Spannungsbogen und Klimax.

Einige Plotansätze waren gut, die SSK und Lamores' Experimente mit der Wolke/Nihil. Beide Plotstränge waren auch mit guten NSC besetzt, leider fehlte aber der Geschichte die Unterfütterung, um über 3 Tage zu tragen. Gut fand ich noch die Maske vom Seelenfresser (Chapeau, Sven! Da hast du wirklich wieder mal was Schönes gebastelt!) und den Mechanismus, den Dämon (mal wieder ein Dämon...) mit den 5 Statuen "umschließen" zu müssen.
Aber ich wünschte mir, ihr würdet beim nächsten Mal etwas mehr Zeit in die Plotausarbeitung stecken.

Tut mir leid, euch das schreiben zu müssen. Aber ich denke, ihr könnt mit konstruktiver Kritik leben.

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Nora Ziel
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Re: Feedback Die verlorene Welt - Obsidian

Beitrag von Nora Ziel » Di 22. Mai 2018, 16:42

Nachdem der Schlaf nachgeholt und die von Mücken zerstochenen Augenlieder abgeschwollen sind, auch von mir ein paar nicht zwangsläufig chronologische Eindrücke.

Der erste Eindruck war gleich ein sehr guter, das Gelände ist der absolute Wahnsinn, ambientig, groß und völlig abgeschieden von der Außenwelt. Die Hütten sind nicht nur schön, sondern auch tagsüber angenehm kühl und als Stadtkind bin ich jedes Mal wieder überwältigt, wenn ich mal einen richtigen Sternenhimmel zu sehen bekomme. Besonders schön fand ich auch die Weide, unter der unser Heiler und unsere Schamanin ihr Zelt errichtet haben.

Unsere Anreise war dann gleich sehr dramatisch, denn wir wurden persönlich von einem Dämon begrüßt. Glücklicherweise bekamen wir Hilfe von den Wissenschaftlern und damit auch gleich den ersten Kontakt im Dorf. Als Drax musste ich natürlich vorsichtig sein, aber die menschliche Neugier überwog wie meistens und so kamen wir schnell mit anderen Spielern ins Spiel und fanden mit den Türmern auch gleich erste Verbündete. Ich empfand die Teilnehmer als angenehm durchmischt, es gab eine Mischung aus Neugier, Skepsis und Ablehnung gegenüber den Draxen, aber alles davon war ein guter Interaktionsansatz.
Die wissenschaftlichen Vorträge von Diana waren sehr interessant und auch ich bin extrem beeindruckt wie sicher sie diese Unmenge an Informationen beherrschte und wiedergeben konnte.

In anderes persönliches Highlight waren die Zwerge. Die ganze Gruppe war so wunderbar abgestimmt und die Sprache setzte dem ganzen einfach die Krone auf. Ich habe viele wunderbare neue Worte gelernt von denen das ein oder andere (Melpenzank, Imp, Blasen, Schüttelmelpen) bestimmt Einzug in meinen Sprachgebrauch finden wird. Ganz ganz großes Kino.

Es gab viel aufregendes; angefangen mit einem Raptor der eine Sekunde nach dem uns Jere vor Raptoren gewarnt hat aufgetaucht ist. Schöne Szene und auch hier sehr viel Respekt vor den NSCs die sich in solchen Kostümen dem Kampf gegen die Spieler stellen.
Die Begegnungen mit den ansässigen Draxen war spannend, auch wenn wir offenbar an unserem Verhandlungsgeschick arbeiten müssen. Die Gelegenheit es besser zu machen ließ nicht lange auf sich warten als die Draxe im Dorf auftauchten.
Innerlich lache ich immer noch über den Zweikampf zwischen John Frost und dem Drax…. Wenn der größte Aufschneider der Con auf einmal mit einem gezielten Schuss seinen Gegner außer Gefecht setzt. Großartig!

Der Plot war insgesamt schön, aber genau wie Lars hatte ich auch sowohl IT als auch OT den Eindruck die Bedrohung war entweder nicht so stark war oder von den Spielern nicht angemessen ernst genommen wurde. Der Dämon hätte uns problemlos töten können aber möglicherweise hatte er IT Gründe es nicht zu tuen und wir haben sie nur nicht mitbekommen. Danke an Sven der mich im Kampf gewarnt hat als ich rückwärts in den Ast gerannt bin, ich muss dringend mal OT kämpfen üben.
Bei meinen Versuchen den Menschen die Bedrohung ein bisschen zu verdeutlichen redete ich mich fast um Kopf und Krage. OT aber natürlich total verständlich das sich die Leute nichts von einer Eidechse sagen lassen wollen, ich wäre auch ein bisschen enttäuscht gewesen wenn uns niemand angefeindet hätte.
Das Wetter war wunderbar, was für mich leider dazu führte das ich den halben Tag kurz vor einem Kreislaufkolaps stand. Mein persönlicher OT-Held ist deshalb definitiv Rene der die Eiswürfelmaschine mitgebracht hat und so dafür sorgte das ich einen kühlen Kopf bewahren konnte. Vielen Dank dafür! Insgesamt ist mir mal wieder bewusst geworden das man manchmal IT und OT einfach nicht völlig trennen kann, mehr als einmal wäre Wyvean eigentlich gern nach vorn in den Kampf gelaufen, aber meine Körper hat das bei der Hitze einfach nicht mitgemacht.

Die Koordination der Aktionen zwischen den einzelnen Spielergruppen war teilweise sehr schwerfällig und führte oft zu langen Wartezeiten und entsprechender Genervtheit auf allen Seiten. Als Drax konnte ich nicht viel tuen außer mich über die menschliche Natur zu wundern.
Auch auf die NSC musste man zum Teil lange warten, aber das lässt sich vermutlich einfach nicht ändern wenn sich so viele Spieler anmelden.

Die Aufgabe die verlorenen Seelen zurück zu führen, stürzte uns in ein theologisches Dilemma, das wir aber zum Glück mit Hilfe des Fardeapriesters lindern konnten. Solche Konflikte tragen sehr viel zum Spiel bei, genau wie die allgemeine Frage ob man die Seelen überhaupt dem Seelenfresser übergeben sollte.
Was mir ein Rätsel bleibt ist warum Schwester Aklonia, die sich aus moralischen Gründen dagegen entschied sich an dem Handel zu beteiligen nicht mehr von dem Geist heimgesucht wurde.

Am letzten Abend blieb dann auch noch Gelegenheit ein paar persönliche Probleme unserer Charaktere anzugehen; wofür ich mich auch gern noch mal bei der Orga bedanken möchte.

Insgesamt war es ein sehr schönes, wenn auch körperlich sehr anstrengendes Spiel. Ich würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung gibt, bei der offene Fragen geklärt werden können, jetzt freue ich mich aber auch erst mal auf Veranstaltungen im Sommer bei denen ich weniger Kleidung tragen kann.

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René W.
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Re: Feedback Die verlorene Welt - Obsidian

Beitrag von René W. » Di 22. Mai 2018, 21:52

Nabend,

vorerst vielen Dank für die fixen helfer, die den Ausladeprozess des ausblutenden Autos sehr beschleunigt haben. Dank ADAC sind wir auch heil in nem Mietwagen nach hause gekommen. Hoffentlich kommt bald das Transportauto nach.

Tolles Wetter, Tolle Location, schön gestaltete Nsc's und immer nen Ansprechpartner. Ich hatte ein Sheldiria Feeling.

Ich fand das Spiel sehr entspannend und Urlaubig. Ich hatte viel Zeit. Seeeeeeeeeeeehr viel Zeit. In dieser Zeizt konnte ich unheimlich viel machen. Und zum glück haben auch einige andere Spieler was geboten. Das hab ich mit meinen Mitteln auch versucht auszunutzen. Ich hab herrlichen Schnaps gekauft, schönklingende Musikinstrumente, Tränke, Lehrstunden.... Ich konnte was machen mit dem Geld. Tatsächlich konnte ich auch wieder was dazu verdienen.. Leider nur ganz am Schluss, nachdem ich ewig lange gequängelt habe, mal in diese olle Wolke zu gehen und irgendeinen Weg gesucht habe als "nichtPlötzbogen "(nix für ungut) da reinzukommen. Hat am Ende (auf einmal) doch geklappt, nachdem irgendwelche Beeren gefunden werden mussten, die wir auf unserer Extra Beerenjagd (ich wollte auch mal aus dem Dorf raus) nicht gefunden haben :-( ... Aber dafür haben wir sehr viele Mücken gefunden. Sehr gefühlsecht.

Zurückzukommen auf den Geldwechsel im spiel.
Beim nächsten mal werde ich mir noch etwas anderes als Geschäftigung mitbringen. Prügeln und Schmieden sind nicht genug. (Vielen dank im übrigen an die jenigen die mit Ihrer Rüstung UND Geld zu mir gekommen sind)
Ein Anfang wäre ein Kaffegeschäft mit meiner Geschäftspartnerin (war lustig, danke dafür). Im zweifel erstmal Ohne Lizenz einfach so SCHWARZ.


Leider hatte ich auch das Gefühl, dass die paar Sachen, wozu auch manchmal die Prügelaktionen zählten, immer so für maximal 6-8 Leute konzipiert waren.

Ist ja wunderbar und schön stimmig, dass bei einer Ausgangssperre sich nicht alle mal eben herausschleichen können, aber ein Hehler, der es mehreren Gruppen anbietet fehlte mir.. Und wenn er mit gefälschten Schatzkarten gehandelt hätte... dann wäre das eine aktion und geschichte mehr gewesen über die man hätte wilde geschichten erzählen können.... So war der Samstag Nachmittag etwas lahm.

Zum glück hab ich die schön gruselige Nebelsequenz erleben dürfen, die mit spannenden Spielmechanismen gespickt war (z.b. dauer gebrabbel, also taktisch sehr anspruchsvol). Sonst wäre ich wohl an chronischer Nutzlosigkeit gestorben.
Ich möchte mehr Jedermanns- und universalplot. Der nicht so schnell in Schreibtischen und Taschen verschwindet und nur von denen gesehen werden, die ganz vorne im Gang stehen.

Sonst finde ich das, was ihr auf die Beine gestellt habt Großartig und fair. Ich komme beim nächsten mal bestimmt wieder, wenn auch mit anderem Konzept.
Ihr braucht da echt keine schwer gerüsteten Kämpder als Spieler.... Das schaffen Bücherwürmer, Heilerinnen und Schnapshändler ganz alleine. Vor allen Dingen wenn meine Waffen sowieso nutzos sind und ich niemanden finde (und die beiden wenig Zeit haben) meine Waffe zu weihen.

Danke an meine Gruppe. All das feierwütige Volk, mit dem man sehr gut abends Singen kann und allen anderen mit denen ich fein Spielen konnte.

Lieben Gruß
René

aka Pranke (das schärfste Messer in der Schublade)
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten!

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