Die Königin ist tot, es lebe der König

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Phönix Gremium
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Die Königin ist tot, es lebe der König

Beitrag von Phönix Gremium » Mi 5. Feb 2020, 00:27

Die Nacht der tausend Schreie:
Mit übertriebener Genauigkeit und Geduld sortierte der Bibliothekar Tassilo die kürzlich gespendete Tornumer Enzyklopädie; Segel, Sturm und Ozeane in die Bibliothek von Galbihn ein. Man könnte beinahe behaupten, er wäre ein Pedant. Jedes Schriftstück fand seinen eigenen Platz, korrekt ausgerichtet zu den Fluren der großen Halle, damit der interessierte Leser das Schriftstück auch auf Anhieb findet. Als er nach etlichen Augenblicken endlich fertig gewesen war, wandte sich Tassilo lächelnd und selbstzufrieden vom Regal ab, um wieder zurück zum Einlass der Bibliothek zu flanieren. Auf dem Rückweg dorthin, fand er jedoch kürzlich einsortierte Schriftstücke aus den Regalen, auf dem Boden liegend. Mürrisch schaute er sich um und es dauerte nur wenige Augenblicke, bis er selbst den Grund für die herunterfallenden Schriftstücke bemerkte. Die Halle schien anfänglich nur leicht zu vibrieren, ein leichtes Beben, bis es schlussendlich so stark wurde, dass es Tassilo von den Beinen holte. Tassilo hörte noch das Zerbersten der schweren Bleiglasfenster, bis Teile der Hallendecke auf ihn herab fielen und er für immer seine Augen schloss.

Eine gewaltige Wucht, ausgelöst durch eine Explosion eines Oculi Potentiam in der unmittelbaren Nähe, zerriß die Stadtmauern, die Hallen und Häuser von Galbihn. Die Gebete und die Rufe der vielen tausend Einwohner von Galbihn verstummten innerhalb nur weniger Augenblicke. Dort wo einst die Stadt Galbihn pulsierte, befindet sich nur noch ein kolossaler Krater aus Trümmern und bläulichen Staub.

Das Hzgt. Camberion unter Jobst von Walden-Ahr reagierte sofort und erklärte weite Teile um die einstmalige Stadt Galbihn als Sperrzone, bis eine potentielle Gefahr ausgeschlossen werden kann. Die Kunde über das Ausmaß verbreitete sich schnell im ganzen Königreich. Galbihn war einmal.

Flucht ins Ungewisse: Bruder Gilbert stand bereits seit einer Ewigkeit als Wache vor der Tür der ehrwürdigen Prima Melliores Remigia von Klant. Im Raum der obersten Inquisitorin entbrannte ein heftiger Streit zwischen Remigia von Klant und dem kürzlich eingetroffenen Gesandten der Synode. Parallel dazu scharten im Flur überall Novizen der Synode aus und rollten sämtliche Banner der ultorioanischen Kirche ein, sie erlischten die Kerzen an den Wänden und montierten die Gemälde der Heiligen ab und verstauten sie in dutzenden, dafür bereitgestellten Kisten. Bruder Gilbert wurde vorab durch seinen Komtur darüber informiert, dass alles seine Richtigkeit hätte. Remigia von Klant schien damit jedoch nicht einverstanden zu sein, denn man hörte im ganzen Flügel des Klosters die wutentbrannten Schreie der Inquisitorin aus dem Raum hallen. Es waren Rufe wie “Häresie”, “Verrat an Aklon und der Kirche” und es war die Rede von “schwerwiegenden Konsequenzen”. Nach etlichen Stunden riss der Gesandte der Synode die Tür auf und befahl den Novizen in wenigen Worten, die schweren Kisten zu nehmen und sich für eine baldige Abreise fertig zu machen. Kurze Zeit später kam Remigia in den Flur und instruierte Bruder Gilbert sichtlich mitgenommen und irritiert, sein Quartier aufzusuchen, damit er seine Habseligkeiten packen kann. Die Prima Melliores beugt sich dem Befehl und verlässt gemeinsam mit der Heiligen Ultorianischen Synode die Lebensader Aklons. Ob ins Urs Sanktum oder nach Haralin ist dieser Tage noch ungewiß.

Eine Bande des Blutes: Ganze zwei Regimenter begleiteten Wentzel Torwendil, sowie den Reichsmarschall Mark von Schelten und weitere Reichsritter nach Aklonstadt. Auf den Straßen versammelten sich hunderte Menschen, teils besorgt um ihre Zukunft und teils euphorisiert, das der Bürgerkrieg nun endlich vorüber sein könnte. “Die Blutlinie der Familie Torwendil wurde bewahrt”, heißt es und König Wentzel Torwendil würde rechtmäßig den Adlerthron von Aklonstadt besteigen und der Frieden würde einkehren.

Als erste Amtshandlung bestätigt Wentzel Torwendil die Rechtmäßigkeit folgender Herzogtümer. Die Reaktionen seiner Thronbesteigung könnten nicht unterschiedlicher ausfallen:

  • Herzogtum Camberion:

Herzog Jobst von Walden-Ahr soll einerseits hocherfreut gewesen sein, als ihm sein Kanzler über die jüngsten Ereignisse aufklärte, andererseits war er über die Ausmaße der Zerstörung der Stadt Galbihn konsterniert. Die nun endgültige Legitimation durch die Stimme des Königs Wentzel Torwendil erfüllt seine persönliche Hauptforderung aus der Rebellion, sodass seinerseits eindeutige Signale der Entspannung entsendet werden.

Unmittelbar nach den Geschehnissen entließ er den von Elisabeth Torwendil entsandten Herzog Manfred von Hallberg aus seiner Gefangenschaft und übergab ihn einem Regiment aus Raenna, dass sich anschließend bis zur Hzgt. Grenze zurückzog. Camberion sieht sich als klarer Sieger gegen die Invasoren aus dem Süden, überall im Königreich hört man von ausschweifenden Festlichkeiten der Camberioner.

  • Herzogtum Raenna:

Herzogin Genewin zu Raenna reagierte verdutzt auf die plötzliche Wende im Spiel um den Adlerthron. Sie stand stets hingebungsvoll und treu zur Krone und diese Krone ziert jetzt das Haupt von Wentzel Torwendil. Damit ist dieser Emporkömmling nun ihr neuer Herrscher, dem sie den gleichen Schwur wie derer Vorgängerin leistet. Diverse Friedensgesten aus Camberion bestärkten ihren Entschluss, die Regimenter aus den besetzten Gebieten im Norden abzuziehen.

Diesen Regimentern war es nun ein Leichtes, die letzten versprengten Marodeure aus dem Herzogtum zu jagen, welche seit über ein Jahr an den langen Küstengebieten eingefallen waren. Genewin wartet nun gespannt auf die weitere Entwicklung und nutzt die Atempause, um die Schäden der Raubzüge zu beseitigen.

  • Herzogtum Schareck:

In Schareck erhält Truchsess von Liebenstein vom neuen König Wentzel Torwendil eine Bewährungszeit, sodass vorerst kein neuer Herzog für das zerrissene Herzogtum eingesetzt wird. Die angrenzenden Herzogtümer mindern ihre Aktivitäten in diesem Gebiet auf ein Minimum herunter, sodass der umkämpfte Ostteil von Schareck noch mehr im Chaos versinkt, da den örtlichen Kriegsherren und Banden aktuell freie Hand gelassen wird.

Der befriedete Westen erhält weiterhin lebensnotwendige Hilfslieferungen aus dem Herzogtum Warall, welche die Versorgung vorerst sicherstellen. Allerdings ist es ungewiss, wie lange dies nach dem Ableben der Herzogin von Warall noch der Fall sein wird.

  • Herzogtum Klant:

Theodulf zu Klant beugte sich unter der Last der Beweise und dem Zuspruch der Reichsritter. Auch er erhielt von Wentzel Torwendil seine Legitimation. Seine eingeschlossene Lage und die sich zuspitzende Versorgungsknappheit ließen ihm keine andere Wahl, da er immer noch einen möglichen Verrat und Einfall der Rebellen befürchtet.

  • Herzogtum Warall:

Das Ableben von Hiltrudt von Warall hinterlässt eine riesige Lücke und ließ den Landadel in eine Schockstarre verfallen. Noch hat König Wentzel Torwendil keinen Nachfolger ernannt, sodass Herzogtum Warall vorerst Führungslos bleibt. Unter regionalen Adelskreisen gilt jedoch die Ernennung von Sigrun von Warall, der jüngeren Schwester Hiltrudts, als wahrscheinlich, auch wenn sie nicht annähernd das diplomatische Geschick ihrer Schwester aufweisen kann und als äußerst ruchlos und gierig gilt.

Das entstandene Machtvakuum wird aktuell von aufständischen Bauern unter Hofer massiv ausgenutzt, sodass von vielen Überfällen auf Handelsrouten und Kornspeichern berichtet wird. Derweil warten dutzende Hofer-Anhänger u.a. ein führender Kopf der Aufstände in Warall-Stadt auf ihre Hinrichtung. Der Landadel versucht mit konsequenter Härte, die Hofer-Nester im ganzen Herzogtum niederzuschlagen. Ebenso befürchtet der Landadel, dass durch das entstandene Machtvakuum, die Stellung Waralls im Königreich, in den ersten Wochen der Regentschaft von Wentzel Torwendils ins Hintertreffen geraten könnte, da es durch die Rebellion kein bekanntes Gesicht am Hofe mehr gibt, welches die Interessen des Herzogtums vertreten kann.

  • Herzogtum Tornum:

Die anfängliche Freude über den Tod der Erzfeindin Hiltrud von Warall, die vor wenigen Jahren den ehemaligen Herzog Burchhardt von Tornum, vor der Stadt Tulderon blutig ans Messer lieferte, verblasste schnell im Herzogtum. Der neue König Wentzel Torwendil forderte vom neuen, jungen Herzog Ulreich seine Loyalität. Diese Wentzel anzutragen wäre Ulreich im Angesichts der Gerüchte zuvor nie in den Sinn gekommen. Seine Jugend, gepaart mit der Angst seine Titel zu verlieren, und letztlich auch die Legitimation durch die ultorianische Kirche, ließen ihn schließlich doch zum Kniefall bewegen.

Die Entscheidung des Herzogs stieß jedoch im konservativen Herzen des Landes auf erbitterten Protest. Ein König der in der Lage ist schwarze Magie zu beherrschen kann im festgefahrenen Weltbild des Landadels niemals König von Aklon sein. So heftig die Stimmen aus den Burgen der weiten Kornflächen von Tornum auch schallen mögen, so unbedeutend werden sie wahrgenommen, denn der Krieg gegen Kolte und das Massaker vor Tulderon ließ die wehrtaugliche Jugend im Lande ausbluten wie nirgend anders im Reich.

Die Landbevölkerung deutet den Rückzug der heiligen Synode aus Aklon-Stadt als ein Vorbote der Herrschaft der Gottlosigkeit.

  • Herzogtum Crysofas:

Johannes von Kaltenau, Herzog von Crysofas, ließ mit seiner schriftlichen Antwort auf der Aufforderung das Knie vorm neuen König zu beugen sehr viel Zeit. Der einst mächtige und gefürchtete Souverän Crysofas ist zu einem Schatten seiner selbst geworden und sichtlich gealtert.

Durch den Tod Elisabeths und der Läuterung Ubalds sind ihm auch die letzten Kinder seines engsten Freundes und verstorbenen Königs Warnulf Torwendil aus den Händen gerissen worden, nachdem Prinz Konrad bereits im letzten Jahr erneut in Ungnade gefallen war.

Der enorme Einfluss seiner Person, durch die vernetzten Kontakte zur Synode der heiligen ultorianischen Kirche haben sich faktisch über Nacht durch deren Abzug aus dem Reich erübrigt. Zwar besitzt er noch beträchtliche Geldreserven und ein intaktes Lehnsheer, dass aber ohne die vollständige Unterstützung des ausgebluteten Hzgt. Tornums keinen nennenswerten Widerstand mehr leisten kann.

Durchdrungen von einer tiefen Depression und gelähmt vor Schmerz durch die erlittenen Verluste beugte auch der einst stolze Johannes das Knie vor dem neuen König. Noch vor einem Jahr hätte mit dieser Entscheidung niemand im Königreich gerechnet.

  • Aklon-Stadt:

Der aklonische Reichsmagier im Kronrat wird durch Erzmagus Yalhan aus Harogan neu besetzt.. Er empfiehlt dem Niederen- und Hochadel im Königreich, sich einen Haus- und Hofmagier zu Rate zu holen. Gelehrte u.a. aus Harogan stehen dafür gerne jederzeit zur Verfügung. Zusätzlich lässt er die zerstörte magische Cabal Carnosa in Aklonstadt unverzüglich wieder aufbauen.

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